Ewa Ernst-Dziedic vor Ort
Grün-Politikerin in der Moria-Hölle: ''Die Menschen hier verdursten''
"Die Situation ist noch viel verheerender, als ich mir das gedacht hätte", beschreibt die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedic, die ersten Eindrücke ihres Besuches auf der Insel Lesbos, wo am Mittwoch durch einen Brand das Flüchtlingscamp Moria komplett zerstört wurde. Derzeit gebe es überhaupt keine Versorgung für die knapp 13.000 obdachlos gewordenen Migranten.
"Es gibt keine offizielle Hilfe", kritisierte Ernst-Dziedzic. Polizisten würden auch Hilfsorganisationen den Zugang zu einem Großteil der Menschen versperren. Seit drei Tagen leben diese auf der Straße zwischen Moria und der Insel-Hauptstadt Mytilini, auf Plastiksackerln und selbstgebauten Behausungen, schilderte die Politikerin am Freitag. "Die Menschen haben kein Essen und kein Trinken, sie verdursten hier." Sie sei "empört und entsetzt".
Selbst wenn die Migranten mit ihrem eigenen Geld Wasser oder Lebensmittel bei einer nahegelegenen Tankstelle kaufen wollen würde, "sie werden nicht reingelassen, die Tankstelle wird von der Polizei bewacht und Flüchtlinge dürfen nicht rein", erzählte Ernst-Dziedzic. Der örtliche Supermarkt sei sowieso bereits geschlossen. Sie habe zudem eine Schwangere in den Wehen gesehen, die im Dreck liegen und ausharren muss.