39 Menschen getötet

Hier hat sich der Istanbul-Killer versteckt

Abdulgadir Mascharipow hortete 185.000 Euro in seinem Versteck.
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Der Silvester-Attentäter von Istanbul ist nach Angaben der türkischen Behörden gefasst: Ein 34-jähriger Usbeke, der am frühen Morgen in einer Wohnung in Istanbul festgenommen wurde, habe den Anschlag auf den Nachtclub "Reina" gestanden, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin am Dienstag.

Demnach handelt es sich um einen 1983 geborenen Usbeken namens Abdulgadir Mascharipow, der in Afghanistan ausgebildet wurde. Laut Sahin stimmen Mascharipows Fingerabdrücke mit denen des Attentäters überein. "Er wurde in Afghanistan ausgebildet und spricht vier Sprachen. Er ist ein gut trainierter Terrorist", sagte Sahin. Seinen Angaben zufolge war der Verdächtige über die östliche Grenze "illegal in die Türkei" eingereist.

185.000 Euro

Laut dem Gouverneur wurden in der Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt 197.000 Dollar (185.000 Euro) sowie zwei Waffen und Magazine beschlagnahmt. An dem Einsatz in dem Stadtteil am Westrand Istanbuls waren demnach rund 2.000 Polizisten sowie Mitarbeiter des Geheimdiensts MIT beteiligt. Insgesamt seien seit dem Attentat vor gut zwei Wochen mehr als 150 Adressen durchsucht und 50 Verdächtige festgenommen worden.

© Reuters
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Tagelang observiert

Türkischen Medienberichten zufolge wurde Mascharipow bereits seit drei Tagen observiert, doch hätten die Sicherheitskräfte mit dem Zugriff abgewartet, um mögliche Komplizen zu identifizieren. Der Attentäter soll zuvor für die Jihadisten in Syrien gekämpft haben und bei dem Anschlag, bei dem vor allem arabische Touristen getötet worden waren, daher sehr professionell vorgegangen sein.

Der Attentäter hatte nach der Bluttat in dem schicken Nachtclub am Bosporus-Ufer zunächst unerkannt fliehen können. Laut Medienberichten holte er noch in der Nacht bei seiner Frau im Stadtteil Zeytinburnu seinen vierjährigen Sohn ab und tauchte unter. In den vergangenen Wochen war berichtet worden, er sei Kirgise oder Uigure aus der chinesischen Provinz Xinjiang und gehöre zu einer zentralasiatischen IS-Zelle.

Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus hatte am Montag gesagt, er gehe von einer Verwicklung eines ausländischen Geheimdiensts aus. Aus Sicherheitskreisen hieß es, der Attentäter habe für Geld gemordet und nicht aus ideologischen Gründen. Bei einem Polizeieinsatz im Istanbuler Stadtteil Silivri wurden am Sonntag 150.000 Dollar in einer Wohnung gefunden, die angeblich für den Attentäter bestimmt waren.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu bedankte sich am Dienstag "im Namen der Nation" bei der Polizei und bei Innenminister Süleyman Soylu für den Fahndungserfolg. Ministerpräsident Binali Yildirim sprach von einer "wichtigen Entwicklung". "Was zählt ist die Festnahme des Verantwortlichen dieses abscheulichen Angriffs und die Aufdeckung der Mächte hinter ihm", sagte der Regierungschef.