Flammen-Inferno
Hochhaus-Brand in London: Zahl der Toten steigt auf 12
Mindestens 12 Tote und Dutzende Verletzte - die vorläufigen Opferzahlen stehen für eine der schlimmsten Brandkatastrophen in London seit Jahrzehnten. In der Nacht auf Mittwoch ist in einem Wohnhochhaus im Westen der britischen Hauptstadt ein Inferno ausgebrochen.
Verzweifelte Menschen sprangen in die Tiefe. Eine riesige Rauchsäule stand über dem wie eine Fackel brennenden 24-stöckigen Gebäude Grenfell Tower mit 120 Wohnungen. Wegen des Brandes verzögerte sich die Regierungsbildung in London.
200 Feuerwehrleute im Einsatz
Der 32-jährige Adi Estu, nur mit einem Mantel über dem Schlafanzug bekleidet, berichtete, wie er "Familien" gesehen habe, die ihre "Handys wie Fackeln aufleuchten" ließen. "Aber der Rauch verschlang sie, und dann zerstörte das Feuer alles. Wir haben sie sterben sehen. Wie kann man das vergessen?"
Große Trümmerstücke stürzten von dem 1974 errichteten Hochhaus. Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von den herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Die angrenzende U-Bahn-Linie wurde bei der Station Latimer Road gesperrt, ebenso wie ein Abschnitt der Autobahn A40, die nördlich an dem Komplex vorbeiführt.
Die britische Premierminister Theresa May zeigte sich zutiefst erschüttert. Sie berief wegen des Großbrandes ein ressortübergreifendes Ministertreffen ein.
Das Hochhaus Grenfell Tower liegt in einem Arbeiterviertel des Stadtteils North Kensington. Über die Brandursache lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. Die Feuerwehrspitze warnte vor Spekulationen.
Wegen des Brandes wurde in der Früh die A4 in beide Richtungen gesperrt - die wichtige Straße verbindet das Stadtzentrum von London mit dem Flughafen Heathrow. Nach Angaben des Stadtbezirks Royal Borough of Kensington and Chelsea sind in dem Hochhaus 120 Wohnungen untergebracht. Es wurde 1974 errichtet und umfassend modernisiert.