Nach Verurteilung

Berlusconi wird Präsident um Gnade bitten

14.08.2013

Oppositionspolitiker Grillo warnt vor politischen Folgen einer Begnadigung.

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Der rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilte italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi wird nach Angaben seines Anwalts Piero Longo den Staatspräsidenten Giorgio Napolitano um Gnade bitten. "Ich glaube, dass Berlusconi früher oder später die Begnadigung beantragen wird“, sagte Longo im Interview mit Radio Capital am Mittwoch.

Longo reagierte auf eine Presseaussendung Napolitanos, in der der Präsident am Dienstag einen "Akt der Milde“ nicht ausgeschlossen hatte, um dem Medienzaren, Chef der Mitte-rechts-Partei "Volk der Freiheit“ (PdL), einen Ausschluss aus der Politik zu ersparen. Wegen der Verurteilung muss Berlusconi voraussichtlich im Oktober auf seinen Senatssitz verzichten.

Heftige Reaktionen

Longos Worte lösten heftige Reaktionen aus. Der Chef der oppositionellen Protestbewegung "Fünf Sterne“, Beppe Grillo, warnte, dass Italiens staatliche Institutionen zugrunde gehen würden, sollte Präsident Napolitano Berlusconi begnadigen. Grillo meinte, Napolitano müsste sofort zurücktreten, sollte er Berlusconi dies gewähren. Unter dem Druck der Polemik machte Rechtsanwalt Longo einen Rückzieher. Er habe nie behauptet, dass Berlusconi die Absicht habe, um Begnadigung zu bitten.

Berlusconi: "Werde keinen Sozialdienst leisten"

Berlusconi muss aufgrund seines Alters nicht ins Gefängnis. Für Bürger jenseits der 70 mit vergleichsweise kurzen Haftstrafen sieht das italienische Recht Hausarrest vor. Bis Mitte Oktober haben die Rechtsanwälte des Mitte-Rechts-Chefs Zeit, beim Gericht anstelle des Hausarrests gemeinnützige Arbeit zu beantragen. Allerdings hatte Berlusconi bereits erklärt, er werde nicht "wie ein normaler Krimineller" Sozialdienst leisten. Somit würde er wohl unter Hausarrest gestellt - in einem Anwesen seiner Wahl. Als wahrscheinlich gilt, dass Berlusconi sich für seine Residenz Palazzo Grazioli im Herzen Roms entscheidet. Von dort aus könne er besser für eine Begnadigung oder für eine Revision des Prozesses kämpfen, hieß es im Umfeld des Medienzaren
 



 
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