300 Fälle zur Anzeige gebracht

Massen-Asylbetrug aufgedeckt: Beamtin „gefeuert“

25.01.2017

Flüchtlinge kassierten mehrfach - Asylstelle wollte keine Anzeige.

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© APA/Einsatzdoku.at (Symbolbild)
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Eine Beamtin der Landesaufnahmebehörde der Stadt Braunschweig erregt in Deutschland derzeit die Gemüter. Sie wollte 300 Fälle von Sozialbetrug von Asylwerbern bei der Polizei zur Anzeige bringen – Flüchtlinge hatten über mehrere Monate hinweg zu Unrecht Sozialgeld kassiert. Doch anstatt von ihrem Arbeitgeber für ihr Verhalten gelobt zu werden, wurde sie entlassen. Und die Betrugsfälle unter den Teppich gekehrt. Das berichtet der deutsche TV-Sender „NDR“.

Mit mehrfachen Identitäten abkassiert

Der Beamtin war aufgefallen, dass viele Flüchtlinge mit verschiedenen Identitäten registriert waren und so auch mehrfach Sozialhilfe kassierten.

Doch ihr Chef wollte die Sache nicht an die Justiz bringen. "Sie haben mich dazu aufgefordert, nichts in dieser Angelegenheit zu unternehmen und mit niemandem darüber zu sprechen. Ich sollte die Akten einfach in den Keller bringen", sagte die Mitarbeiterin zu "NDR".

Sie ging dann selbst zur Polizei. Womit die Probleme noch kein Ende hatten. In dem „NDR“-Bericht hieß es: „Der Leiter der Sonderkommission berichtete seinem Vorgesetzten, es gebe 'Schwierigkeiten hinsichtlich der Übergabe' der Aktenordner."

Erst als sich die Staatsanwaltschaft einschaltete und die Leitung der Landesaufnahmebehörde kontaktierte, wurden die Akten ausgehändigt.

Die Mitarbeiterin ist mittlerweile ihren Job los. Sie wurde nach Ablauf ihres befristeten Arbeitsvertrages gekündigt.

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