Italien
Ministerin weint über Pensionskürzungen
Blut und Tränen verlangt der italienische Premier Mario Monti von seinen Landsleuten, um Italien vor einer Staatspleite zu retten, die den ganzen Euro-Raum in den Abgrund reißen könnte. Tränen vergoss auch die strenge Arbeitsministerin Elsa Fornero bei der Vorstellung der Eckpunkte ihrer drastischen Pensionsreform, als sie den Italienern live verkünden musste, dass die meisten Pensionen in Zukunft nicht mehr an die Inflation gekoppelt seien und damit de facto sinken würden.
Premier Monti verlangt von seinen Landsleuten beträchtliche Opfer zur Eindämmung der Staatsschuld, will aber mit gutem Beispiel vorangehen. Als privaten Beitrag zu den Sparbemühungen verzichtet der Regierungschef auf sein Gehalt als Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Die Fachleute-Minister und jene Staatssekretäre, die keine Parlamentarier sind, werden nur den Grundbetrag und die Pensionseinzahlungen für ihre Arbeit im Kabinett in Anspruch nehmen, erklärte Monti. Ob er auch auf sein Gehalt als Senator auf Lebenszeit verzichten wird, wollte Monti nicht bekanntgegeben.
Das Fachleutekabinett um Monti ist seit 18 Tagen im Amt. Die Regierung soll bis Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2013 im Amt bleiben.