Skandal um Polizeigewalt in den USA
Schwester von George Floyd: ''Sie haben meinen Bruder umgebracht''
Der Tod eines Schwarzen nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis hat den zweiten Tag in Folge friedliche wie auch gewaltsame Proteste ausgelöst.
Hunderte Demonstranten zogen am Mittwochabend (Ortszeit) zunächst friedlich zu einem Polizeirevier der Stadt und forderten auf Plakaten Gerechtigkeit für den getöteten George Floyd und eine Bestrafung der involvierten Beamten, wie Medien berichteten. Anschließend gab es laut NBC-Bericht zahlreiche Plünderungen, mehrere Feuer sowie einen Tränengas-Einsatz. Am Donnerstag wurde eine Polizeistation in Brand gesteckt. Ein Mob drang in die Inspektion ein und steckten die Räumlichkeiten in Brand. Vor dem Gebäude skandierten mehrere Menschen "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" ("No justice, kein Frieden").
Nun meldete sich auch Floyds Schwester Bridgette zu Wort. Sie forderte Gerechtigkeit für ihren Bruder. Die Kündigung des Polizisten sei da bei weitem nicht genug. "Die haben meinen Bruder ermordet. Sie haben ihn umgebracht. Sie müssen größeren Druck auf die Typen ausüben. Sie zu feuern ist nicht genug", sagt sie in einem Interview mit der BBC.
Ein Video zeigt, wie ein weißer Polizist sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals Floyds drückte, als dieser am Boden lag. Mehrmals flehte der 46-jährige Familienvater um Hilfe. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: "Ich kann nicht atmen", ehe er das Bewusstsein verlor. Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus.