Naher Osten
Steht Iran-Angriff bevor? USA ziehen Personal aus Israel ab
27.02.2026Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt wegen des drohenden US-Militärschlags auf den Iran angespannt.
Die USA genehmigten die Ausreise von Teilen ihres Botschaftspersonals und deren Familien aus Israel, wie die US-Botschaft am Freitag auf der Plattform X mitteilte. Zudem rät sie US-Bürgern, eine Ausreise in Betracht zu ziehen, solange noch kommerzielle Flüge verfügbar sind. Auch Bewegungseinschränkungen für Regierungsmitarbeiter in der Region seien möglich.
- Vance: "Keine Chance" auf langen US-Krieg in Nahost
- USA machen den Mullahs schwere Vorwürfe
- Iran und USA gehen in eine entscheidende Verhandlungsrunde
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi rief die USA indes aufgerufen, in den derzeit laufenden Verhandlungen über ein Atomabkommen auf "übertriebene Forderungen" zu verzichten. In einem Telefonat mit seinem ägyptischen Kollegen Badr Abdelatty sagte Araqchi nach Angaben aus Teheran, "Erfolg auf diesem Weg erfordert Ernsthaftigkeit und Realismus von der anderen Seite und das Vermeiden jeglicher Fehlkalkulation und übertriebener Forderungen".
Araqchi ging nicht näher darauf ein, welche Forderungen er meinte. Washington verweist in den Verhandlungen auf das iranische Raketenprogramm und beharrt auf einem Verbot der Urananreicherung durch den Iran. Teheran bezeichnet diese Forderung als "rote Linie".
USA-Iran-Gespräche gehen am Montag in Wien weiter
Der iranische Außenminister hatte am Donnerstag in Genf an einer dritten Runde indirekter Atom-Gespräche mit den USA unter Vermittlung des Oman teilgenommen. Sowohl der Iran als auch der Oman sprachen im Anschluss von "Fortschritten". Am kommenden Montag sollen die Gespräche in Wien auf Experten-Ebene fortgesetzt werden. Auch auf politischer Ebene könnten in der nächsten Woche weitere Gespräche stattfinden.
Die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde IAEA kommentierte diese Informationen auf APA-Anfrage nicht, sondern verwies auf die Stellungnahme des omanische Außenministers Sayyid Badr Albusaidi sowie den IAEA-Gouverneursrat, der am Montag in Wien stattfindet. Badr Albusaidi schrieb am Donnerstag nach den Gesprächen in der Schweiz auf der Onlineplattform X: "Wir haben den Tag nach bedeutenden Fortschritten in den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran beendet. Wir werden bald nach Konsultationen in den jeweiligen Hauptstädten wieder zusammenkommen. Nächste Woche finden in Wien Gespräche auf technischer Ebene statt." Er dankte allen Beteiligten, also den Verhandlungsführern, der IAEA und der Schweizer Regierung.
Badr Albusaidi wird laut Medienberichten am Freitag mit US-Vizepräsident JD Vance in Washington zusammenkommen. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress gesagt, dass Teheran an Raketen arbeite, welche die USA erreichen könnten. Teheran wies dies als "Lügen" zurück.
Teheran: Raketen einzig zur Verteidigung
Offiziell haben die iranischen Raketen eine Reichweite von 2.000 Kilometern, wodurch der Iran seinen Erzfeind Israel angreifen kann. Der wissenschaftliche Dienst des US-Kongresses schätzt sie hingegen auf rund 3.000 Kilometer.
Teheran hat wiederholt erklärt, dass seine Raketen einzig der Verteidigung dienen. Im Juni hatten Israel und der Iran einen Zwölf-Tage-Krieg geführt, bei dem die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten.