Neue Trump-Taktik

Top-Experte sieht Iran-Wende: "Das war der Gamechanger"

30.04.2026

Wie geht es im Iran weiter? Nachdem sich das Mullah-Regime nach dem Chaos der ersten Kriegstage erholen konnte, könnte es nun zu einer neuen Wende kommen. 

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Im Zentrum steht die von US-Präsident Donald Trump fortgesetzte Seeblockade. Laut Nahost-Experte Peter Neumann könnte sie sich als entscheidender Faktor erweisen. Die Maßnahme treffe nicht nur Gegner des Irans, sondern auch das Regime selbst, da wichtige Ölexporte blockiert werden, so der Experte im Podcast „Ronzheimer“. Neumann bezeichnete dies als „Gamechanger“ und meinte: „Das war bei all den Fehlern, die Trump gemacht hat, eine ziemlich clevere Entscheidung.“

Medienberichte zeichnen ein angespanntes Bild: So suche der Iran laut Wall Street Journal „fieberhaft“ nach Möglichkeiten, überschüssiges Öl zu lagern, um eine „lähmende Produktionsstilllegung“ zu verhindern. Gleichzeitig berichtet die Financial Times von zunehmenden Spannungen innerhalb der politischen Elite. Laut New York Times sehen sogar Teile des Militärs Verhandlungen mit den USA als notwendig an – „als Frage des Überlebens“.

Neumann fasst die Lage als Nervenkrieg zusammen: „Es ticken jetzt auf beiden Seiten die Uhren.“ Die Blockade habe die Ausgangslage „total verändert“, nun gehe es darum, wie lange der Iran dem Druck standhalten kann. Ein Einlenken sei möglich, aber nicht unmittelbar zu erwarten – der Konflikt könne sich noch über Monate hinziehen.

Trump prüft neue Angriffe

Trump wird sich einem Medienbericht zufolge am Donnerstag über neue Pläne für eine „kurze und schlagkräftige“ Angriffswelle gegen den Iran unterrichten lassen. Der Plan soll Infrastrukturziele und einen möglichen Einsatz von Bodentruppen umfassen. Der Kommandant des nahöstlichen US-Regionalkommandos CENTCOM, Brad Cooper, werde Trump entsprechende Optionen vorstellen. Das berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider.

An dem Treffen solle zudem der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dan Caine, teilnehmen. Das Präsidialamt und CENTCOM äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht. CENTCOM habe einen Plan für eine Angriffswelle auf den Iran ausgearbeitet, berichtete Axios weiter. Zudem werde Trump voraussichtlich ein Vorhaben präsentiert, das darauf abzielt, einen Teil der Straße von Hormuz unter Kontrolle zu bringen. Die Meerenge soll wieder für die Handelsschifffahrt geöffnet werden. An einem solchen Einsatz könnten Bodentruppen beteiligt sein. Zudem könnte über eine Operation von Spezialkräften zur Sicherung der iranischen Bestände an hoch angereichertem Uran beraten werden.

Die Regierung in Washington hoffe, den Iran durch diese Pläne bei den Verhandlungen über sein Atomprogramm kompromissbereiter zu machen, hieß es in dem Bericht. Trump hatte das iranische Atomprogramm als unmittelbare Bedrohung bezeichnet. Die Regierung in Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben. Sie verweist jedoch auf ihr Recht als Vertragsstaat des Atomwaffensperrvertrags, Nukleartechnologie für friedliche Zwecke zu entwickeln, was die Urananreicherung einschließe.