Von Schiffen
Touristen stürmen Küstenregion in Italien
10.05.2026An der Amalfiküste herrscht Ausnahmezustand statt Postkarten-Idylle. Verstopfte Gassen und Touristenmassen sorgen für Wut. Nun fordern Einheimische und Politiker erste drastische Maßnahmen.
In den engen Gassen der Küstenorte geht oft gar nichts mehr, da sich Touristen Schulter an Schulter drängen. Die Einheimischen im Süden Italiens haben die Schuldigen bereits ausgemacht: Es sind die Kreuzfahrtschiffe, die mit Massen an Tagesausflüglern die Region von Sorrent buchstäblich überfluten.
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Ein Zustand, der auch viele Österreicher, die das italienische Lebensgefühl schätzen, bei ihrer Urlaubsplanung abschrecken könnte.
Kritik an Billig-Touristen
Der Politiker Salvatore Gagliano, dem auch ein Hotel im Dorf Praiano gehört, findet klare Worte gegenüber dem britischen "Telegraph". Er fordert eine Regelung, um Passagieren zu verbieten, die Schiffe überhaupt zu verlassen. Gagliano kritisiert vor allem die sogenannten "Ess-und-weg-Touristen". Diese würden lediglich billige Souvenirs kaufen und kaum Geld in der Region lassen, während Hotelgäste wegen der Massen ihre Unterkünfte nicht mehr verlassen wollen.
Zahlen des Massentourismus
Die Dimensionen des Problems werden auch in der Umgebung deutlich. Auf der Insel Ischia wurden an einem einzigen Wochenende über 28.000 Passagiere registriert, die innerhalb von nur 48 Stunden an Land gingen. Obwohl sich Vertreter der Urlaubsorte bereits zu Krisengipfeln trafen, hat sich an der Situation bisher kaum etwas geändert. Der Ruf der Region als natürliche Schönheit steht laut den Kritikern massiv auf dem Spiel.
Wirtschaft gegen Anrainer
Während der Widerstand wächst – zuletzt blockierten Fischer in Frankreich sogar Schiffe – verweist die Kreuzfahrtindustrie auf ihre wirtschaftliche Bedeutung. Der Fachverband "Cruise Lines International Association" betont, dass die Branche jährlich 7,3 Milliarden Euro zum italienischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Damit hängen mehr als 100.000 Arbeitsplätze direkt an den Schiffen, die derzeit für so viel Zündstoff sorgen.