Experten-Warnung

Trotz Öl-Milliarden: Putins Wirtschaft in Bedrängnis

20.04.2026

Russlands Wirtschaft wackelt trotz hoher Ölpreise. Sogar Wladimir Putin räumte bereits ein, dass das Wachstum hinter den Erwartungen bleibt.

Zur Vollversion des Artikels
© EPA
Zur Vollversion des Artikels

Trotz der gestiegenen Rohölpreise durch den Iran-Krieg steckt Russlands Kriegswirtschaft weiterhin in der Krise. Zwar profitiert Moskau als einer der weltweit größten Exporteure von der aktuellen Lage und den gelockerten US-Sanktionen, doch die enormen Kosten für den seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg belasten die Staatskassen.

Der schwedische Geheimdienstchef Thomas Nilsson sieht laut "Financial Times" ein systemisches Problem in Russland. Damit die Defizite ausgeglichen werden könnten, müsste der Preis für Urals-Öl (Russlands wichtigste Ölsorte) mindestens ein Jahr lang über 100 US-Dollar pro Barrel liegen. Nilsson glaubt nicht, dass Russland seine Kriegskosten durch den mit der Sperrung der Straße von Hormuz gestiegenen Ölpreis nachhaltig decken könne.

"Es ist kein nachhaltiges Wachstumsmodell, Material für den Krieg zu produzieren, das dann auf dem Schlachtfeld zerstört wird", sagt der Geheimdienstchef.

Schwaches Wachstum

Am Mittwoch (15. April) räumte Kreml-Chef Putin in einem TV-Auftritt ein, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hinter den Erwartungen zurückbleibe. In den Monaten Jänner und Februar büßte die Wirtschaft demnach 1,8 Prozentpunkte ein. Putin verlangte detaillierte Berichte darüber, warum die makroökonomischen Indikatoren derzeit so schwach ausfallen und die Entwicklung nicht den Plänen entspricht. Besonders hart trifft es derzeit das Baugewerbe in Russland. Dieses verzeichnete im Jänner einen Rückgang von 16 Prozent und im Februar ein weiteres Minus von 14 Prozent.