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Trump droht Mullahs mit Maschinengewehr-Foto

29.04.2026

Der Iran solle schnell das Chaos in den Griff bekommen. 

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© TruthSocial
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US-Präsident Donald Trump greift den Iran erneut scharf an. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärt er, Teheran habe „sein Chaos nicht unter Kontrolle“ und verstehe nicht, „wie man ein Abkommen ohne Atomprogramm abschließt“. Seine deutliche Warnung: Der Iran solle „rasch zur Vernunft kommen“.

Dem Beitrag beigefügt ist ein mithilfe künstlicher Intelligenz erstelltes Bild, das Trump im Anzug mit einem Maschinengewehr zeigt. Darüber steht die Überschrift: „Kein netter Kerl mehr“. Im Hintergrund ist eine zerklüftete Berglandschaft mit Explosionen zu sehen. 

Längere Blockade

Trump lässt einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge derzeit eine längere Blockade des Iran vorbereiten. Trump habe seine Berater entsprechend angewiesen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Er wolle den Druck auf die iranische Wirtschaft und die Ölexporte aufrechterhalten, indem der Schiffsverkehr von und zu den Häfen des Landes unterbunden werde. Der Bericht wurde von offizieller Seite bisher nicht bestätigt. 

Iran-Militäreinsatz bei US-Bevölkerung sehr unpopulär

Umfragen zufolge ist der Militäreinsatz bei der US-Bevölkerung sehr unpopulär. In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung von Reuters/Ipsos gaben nur 26 Prozent der Befragten an, dass der Einsatz die Kosten wert gewesen sei. Lediglich 25 Prozent sagten, er habe die USA sicherer gemacht.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, die USA stünden weiter in Verhandlungen mit dem Iran und ließen sich nicht zu einem schlechten Abkommen drängen. Der Geheimdienst CIA teilte mit, ihm sei die berichtete Einschätzung nicht bekannt.

Tauziehen um weitere Verhandlungen

Früheren Analysen zufolge würde die Führung in Teheran einen US-Abzug nach einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten, sagte einer der Insider. Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran dies eher als Verhandlungstaktik betrachten.

Trump hatte schon vor Wochen erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Zudem dauert der Konflikt inzwischen sehr viel länger als von Trump öffentlich in Aussicht gestellt. Auch scharfe Drohungen Trumps haben den Iran bisher offensichtlich noch nicht dazu bringen können, so weit auf den US-Präsidenten zuzugehen, wie sich dieser das wünscht. Trumps Vorgehen hat auch die Kluft zwischen den USA und den meisten NATO-Staaten vertieft. Trump hatte NATO-Länder zur Unterstützung aufgefordert, aber erst nach Beginn des von den USA und Israel begonnenen Krieges. Die Unterstützung war ihm weitgehend verweigert worden, auch mit dem Argument, dass der Bündnisfall der NATO nur für den Fall gelte, das eines der Mitgliedsländer angegriffen werde. Trump hatte sich darüber erzürnt gezeigt.

Insider: Militärische Optionen auf dem Tisch

Der Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert werden, haben die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben. Auch 20 Tage nach der von Trump verkündeten Waffenruhe haben diplomatische Bemühungen die Meerenge nicht wieder vollständig öffnen können. Ein Ende der Blockade und eine Reduzierung der US-Truppen könnten die Benzinpreise in den USA wieder senken.

Militärische Optionen bleiben Insidern zufolge auf dem Tisch, darunter erneute Luftangriffe auf die iranische Führung. Eine Bodenoffensive gelte jedoch als unwahrscheinlicher als noch vor einigen Wochen. Unterdessen hat der Iran die am 8. April begonnene Feuerpause offenbar genutzt, um verschüttete Waffen, Drohnen und Raketenwerfer wieder auszugraben. Die taktischen Hürden für eine Wiederaufnahme des Krieges seien daher nun höher als zu Beginn der Waffenruhe.