Kinder verschleppt

UNO wirft Russland Verbrechen gegen Menschlichkeit vor

10.03.2026

Eine Untersuchungskommission der UNO hat die Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft.  

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Die Kommission habe aus den gesammelten Beweisen den Schluss gezogen, "dass die russischen Behörden Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben", erklärte die von der UNO eingesetzte Unabhängige Internationale Untersuchungskommission für die Ukraine in einem am Dienstag vorgelegten Bericht.

Die Kommission war 2022 nach Beginn des russischen Angriffskrieges vom UNO-Menschenrechtsrat eingesetzt worden, um mutmaßliche Menschenrechtsverletzungen Russlands in der Ukraine zu untersuchen. In ihrem Bericht stellt die Kommission nun fest, dass die russischen Behörden Kinder "deportiert und zwangsumgesiedelt" und deren Rückführung "verzögert" haben.

Die UN-Kommission konnte nach eigenen Angaben bisher die Verschleppung von 1.205 ukrainischen Kindern bestätigen. Sie weist aber darauf hin, dass es mehrere tausend Fälle gebe.

Kiew spricht von fast 20.000 durch Moskau verschleppte Kinder

Nach ukrainischen Angaben wurden seit Kriegsbeginn fast 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in von Russland besetzte Gebiete verschleppt. Russland gibt an, vereinzelt ukrainische Kinder aus ihren Elternhäusern oder aus Kinderheimen geholt zu haben, um sie vor Gefechten zu schützen.

Nach Angaben der UNO-Kommission schreibt das humanitäre Völkerrecht allerdings vor, dass Evakuierungen "vorübergehend" sein müssen und etwa nur aus zwingenden medizinischen Gründen erfolgen dürfen. In 80 Prozent der von der Kommission untersuchten Fälle bemühten sich die russischen Behörden demnach nicht um eine Rückkehr der Kinder.