Nächster Wahl-Skandal

Trump setzte Chefermittler unter Druck, um Wahlbetrug zu finden

09.01.2021

Erst kürzlich wurde ein Telefonat, in dem Trump dem Wahl-Verantwortlichen in Georgia droht, zum Skandal. Jetzt kommt auch schon das nächste Polit-Beben.

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© JIM WATSON / AFPc
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US-Präsident Donald Trump soll einem Medienbericht zufolge in einem weiteren Fall versucht haben, Einfluss auf das Ergebnis der Präsidentenwahl im Staat Georgia zu nehmen. Die "Washington Post" berichtete am Samstag, Trump habe den Chefermittler des für die Wahlen zuständigen Staatssekretärs Brad Raffensperger am 23. Dezember in einem Telefonat aufgefordert, Wahlbetrug zu "finden". Trump habe ihm in Aussicht gestellt, ein "Nationalheld" zu werden.

Raffensperger bestätigte der Zeitung das Telefonat mit dem Chefermittler, sagte aber, er kenne die spezifischen Aussagen Trumps nicht. Er halte es aber für problematisch, dass ein gewählter Politiker sich in eine Untersuchung über Wahlbetrug einschalte. Der Republikaner Trump hatte die Wahl am 3. November gegen den Demokraten Joe Biden verloren. Trump behauptete danach ohne Belege, er sei durch massiven Wahlbetrug in Georgia und anderen US-Staaten um den Sieg gebracht worden.

Trump: "Ich will nur 11.780 Stimmen"

Trump hatte auch Druck auf Raffensperger selbst ausgeübt, um Bidens knappen Sieg in Georgia bei der Präsidentenwahl nachträglich zu kippen. In einem Telefonat am 2. Jänner forderte Trump den Staatssekretär - der ebenfalls ein Republikaner ist - unverblümt auf, das Ergebnis "nachzuberechnen". Trump sagte laut dem von zahlreichen US-Medien veröffentlichten Mitschnitt des Gesprächs: "Ich will nur 11 780 Stimmen finden (...), weil wir den Staat gewonnen haben." Biden lag nach zwei Neuauszählungen 11.779 Stimmen vor Trump.

Der Kongress hatte das Wahlergebnis in der Nacht auf Donnerstag endgültig zertifiziert und Bidens Sieg offiziell gemacht. Davor hatten am Mittwoch wütende Anhänger Trumps das Kapitol erstürmt, in dem die Abgeordneten und Senatoren tagten. Kritiker werfen Trump vor, den Mob bei einer vorhergehenden Kundgebung angestachelt zu haben

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