Auslandsschulden

USA: In 18 Tagen droht Pleite

14.07.2011

Ab 2. August gibt es kein Geld - Obama stellte dem Kongress ein Ultimatum.

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© AP
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Jetzt gerät die Krise völlig außer Kontrolle: Die USA stehen knapp vor einer Staatspleite.

US-Präsident Barack Obama stellte den Parteispitzen im Kongress ein Ultimatum, innerhalb von maximal 36 Stunden eine Einigung zu präsentieren, berichteten US-Medien. Sonst würde er sie am Wochenende zum Nachsitzen ins Weiße Haus zurückbeordern. "Ich denke, dass beim amerikanischen Volk an einem bestimmten Punkt die Geduld endet." Die Menschen erwarteten, dass wir keine "Spiele spielen", sondern "Probleme lösen".

Die Situation war in der Nacht auf Donnerstag eskaliert: Obama verließ wütend eine Krisensitzung – ohne Lösung. „Ich habe meine Grenzen erreicht!“, schnaubte Mr. President und verließ den Raum.

Seit Monaten streiten die Demokraten mit den Republikanern über die Anhebung der gesetzlichen Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar (10,1 Billionen Euro). Denn am 2. August wird dieses Limit erreicht. Darüber hinaus dürfen die USA keine Schulden mehr aufnehmen.

Doch wenn es keine Erweiterung des Überziehungsrahmens gibt, schlittert die Weltmacht USA in die Pleite – sie wäre zahlungsunfähig.

Die Ausmaße wären gigantisch. Alleine in den USA würden mit einem Schlag alle Auszahlungen von Gehältern, Pensionen und Sozialhilfeleistungen gestoppt werden.

Weltweit würden die Märkte reagieren. „Es würde Schockwellen durch das gesamte globale Finanzsystem senden“, sagte der mächtige US-Notenbankchef Ben Bernanke. Nicht nur die US-Wirtschaft wäre in eine „schwere Krise“ gestürzt, betonte er.

Jetzt droht Rating-Abwertung für die USA
Die ersten Reaktionen der Finanzwelt erhöhen die Nervosität:

  • Die Ratingagentur Moody’s , die soeben Griechenland abwertete und auch Irland auf Ramschstatus einschätzte, greift jetzt die USA an. Die Nerven liegen in Washington blank, nachdem Moody’s ankündigte, auch Amerika herabzustufen.
  • Auch Standard & Poors (S&P) teilte mit, die USA mit einer mindestens 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit innerhalb der kommenden drei Monate herunterzustufen.
  • China, immerhin der größte Gläubiger, droht mit Geldentzug. Die Regierung in Peking mahnte: „Die USA müssen jetzt eine verantwortungsvolle Haltung einnehmen.“ Dagong, die chinesische Ratingagentur, meint: Die USA sind zahlungsunfähig. Wenn die Chinesen ihr Geld abziehen, kommt der Wirtschafts-Crash noch viel rascher.
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