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Vermisste Zwillinge auf Sardinien?

08.02.2011

Dutzende Suchkräfte sind in Italien und der Schweiz im Einsatz.

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© Reuters
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In der süditalienischen Region Apulien wird weiterhin fieberhaft nach den beiden vermissten Schweizer Zwillingsmädchen gesucht. Die Suchaktion weitete sich auf die Gegend rund um die Autobahn aus, die zur Kleinstadt Cerignola führt. Hier hatte sich der 43-jährige Vater der sechsjährigen Zwillingen, der Schweizer Matthias S., vor einen Zug geworfen. Hundeeinheiten und Hubschrauber waren am Dienstagvormittag bei der Suchaktion im Einsatz.

Der Vater hatte in seiner Wohnung in Saint-Sulpice bei Lausanne sowohl die Kleider seiner Töchter als auch die Kindersitze für das Auto gelassen. Die Ermittler vermuten daher, dass der Mann allein die Schweiz verlassen habe. Zuletzt waren die beiden Mädchen am 30. Jänner in Saint-Sulpice gesehen worden. Einen Tag später schrieb Matthias S. aus der südfranzösischen Stadt Marseille in einer Karte an seine Frau, er sei verzweifelt und wolle ohne sie nicht leben.

Fahrkarten nach Korsika
Am gleichen Tag kaufte der Schweizer für sich und die beiden Töchter Fahrkarten für die Fähre nach Korsika. Nach Angaben der Fährengesellschaft CMC wurden die Tickets an Bord gescannt. Auf Korsika gibt es demnach keine Spur von ihnen. Die Fahnder schließen nicht aus, dass Matthias S. mit dem Schiff bis nach Sardinien weitergefahren sei. Die Untersuchung dehnte sich auch auf die Insel aus.

Auch die österreichische Polizei wurde von dem Fall in Kenntnis gesetzt, weil die Mädchen über das Schengener Informationssystem gesucht werden. Es gibt jedoch keinen Hinweis, dass sich die beiden Kinder auf österreichischem Staatsgebiet befinden.

Geld verschwunden
Die Ermittler in Italien versuchten festzustellen, wo der Vater die 7.500 Euro ausgegeben hat, die er in Marseille von einem Bankomaten abgehoben haben. Bei seinem Tod habe er jedoch nur 100 Euro bei sich gehabt.

Die Mutter der Zwillingsschwester, die 44-jährige Irina L., wartete unterdessen in ihrer Wohnung auf Nachrichten über ihre Töchter. Sie glaube nicht, dass ihr Ex-Ehemann die beiden Töchter ermordet haben könnte, wurde sie von italienischen Medien zitiert.

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