Beim Papst

Volkspartei holt sich politischen Rat im Vatikan

25.04.2026

Papst Leo XIV. hat EU-Abgeordnete der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) zu mehr Bürgernähe aufgerufen.  

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"Unter den Menschen präsent zu sein und sie in den politischen Prozess einzubeziehen, ist das beste Gegenmittel gegen Populismus, der nur nach leichter Zustimmung strebt, und gegen Elitismus, der dazu neigt, ohne Konsens zu handeln", sagte er bei einer Audienz am Samstag im Vatikan. Die EVP begeht mit einem Treffen in Rom ihr 50-jähriges Bestehen.

Parteichef ist der deutsche CSU-Politiker Manfred Weber. Die EVP-Fraktion war unlängst durch eine informelle Zusammenarbeit mit rechten Parteien in der Migrationspolitik in die Diskussion geraten.

Papst Leo XIV. sagte, wenn die Menschen motiviert würden, aktiv am politischen Handeln mitzuwirken, helfe dies auch gegen Politikverdrossenheit und eine Entfremdung zwischen Bürgern und ihren Repräsentanten. Er warb für Gemeinwohlorientierung gegen "eine Politik, die oft nur schreit, aus Parolen besteht und unfähig ist, auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen einzugehen".

"Menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fördern"

Konkret rief der Papst die Politiker dazu auf, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fördern. Damit könne den Menschen auch die Angst vor der Gründung einer Familie und vor der Elternschaft genommen werden. Als Aufgaben nannte er auch die Ursachen von Migration, Sorge um Leidende sowie die Aufnahme und Integration von Migranten. Weiter erinnerte Leo an Umweltschutz und Künstliche Intelligenz als "große Herausforderungen der Zeit".

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Auch rief er zum Schutz von Religionsfreiheit sowie Gedanken- und Gewissensfreiheit auf. Eine Aushöhlung der Menschenrechte müsse vermieden werden. "Christ in der Politik zu sein bedeutet nicht, sich offen zu seinem Glauben zu bekennen", sagte Leo XIV. "Vielmehr bedeutet es, sich vom Evangelium bei den zu treffenden Entscheidungen leiten zu lassen, auch bei solchen, die nicht auf einfache Zustimmung stoßen."