Schwere Verluste

Wahl-Debakel für Briten-Premier Starmer

08.05.2026

Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien hat die regierende Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer schwere Verluste erlitten.  

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Die Anti-Einwanderungspartei Reform UK von Nigel Farage gewann in England in den Kommunalvertretungen massiv dazu. Auch bei den Regionalwahlen in Schottland und Wales wird ein Desaster für Labour erwartet. Dies erhöht den Druck auf den angeschlagenen Starmer zwei Jahre nach seinem Amtsantritt. 

Wahl-Desaster

Bei den Wahlen zu den Regionalparlamenten in Schottland und Wales soll die Auszählung erst am heutigen Freitag beginnen. Umfragen zufolge waren dort die Unabhängigkeitsparteien SNP (Schottland) und Plaid Cymru (Wales) auf dem Kurs, stärkste Partei zu werden. Labour droht, auf den dritten Platz hinter Reform UK abzurutschen. 

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Nach Auszählung von 45 der 136 Gemeinden in England verzeichnete die Partei von Brexit-Vorkämpfer Farage mehr als 380 gewonnene Mandate in kommunalen Gremien. Die Sozialdemokraten von Labour verloren mehr als 250 Sitze. Auch die oppositionellen Konservativen büßten etwa 160 Mandate ein. In Newcastle under Lyme in den Midlands errang Reform UK die absolute Mehrheit in einem Bezirksrat. 

Tritt Starmer zurück?

In einigen Regionen ging Labour komplett leer aus. So verlor die Partei in Tameside im Großraum Manchester erstmals seit fast 50 Jahren die Kontrolle über den Stadtrat, nachdem Reform UK alle 14 zur Wahl stehenden Sitze eroberte. Zudem musste Labour in der ehemaligen Bergbaustadt Wigan 20 Mandate an die Partei von Farage abgeben. Die Ergebnisse seien niederschmetternd, sagte die Labour-Abgeordnete Rebecca Long-Bailey. Farage erklärte, das bisherige Abschneiden übertreffe seine Erwartungen bei Weitem und stelle einen historischen Wandel in der britischen Politik dar. Analysten zufolge zeigen die Wahlen, dass sich das traditionelle Zweiparteiensystem zunehmend in eine Mehrparteiendemokratie aufspaltet.

Die Wahlen der Kommunalvertretungen in England sowie der Regionalparlamente in Schottland und Wales gelten als wichtigster Stimmungstest vor der nächsten regulären Parlamentswahl im Jahr 2029. Starmer war 2024 mit dem Versprechen angetreten, nach Jahren des politischen Chaos für Stabilität zu sorgen. Seine bisherige Amtszeit war jedoch von zahlreichen Kurswechseln und Skandalen geprägt, darunter die Entlassung des britischen Ex-Ministers Peter Mandelson als Botschafter in den USA wegen dessen Verbindungen zu dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Sollte Labour in Schottland und Wales ebenfalls schlecht abschneiden, rechnen Parteikreise damit, dass die Forderungen nach einem Rücktritt Starmers lauter werden. Energieminister Ed Miliband wies am Donnerstag jedoch einen Zeitungsbericht zurück, wonach er dem Premierminister geraten habe, einen Zeitplan für seinen Abgang vorzulegen.