Konflikt mit Europa

Warum Erdogan viel schlauer reagiert, als viele glauben

14.03.2017

Der türkische Präsident lässt keinen Konflikt aus – mit Kalkül.

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Der Streit zwischen der Türkei und Europa eskaliert weiter. Montagnachmittag drohte Europaminister Ömer Celik mit der Aufhebung des Flüchtlingsdeals - kurz nachdem Brüssel in einer Erklärung u. a. einen EU-Beitritt der Türkei infrage gestellt hatte.

Konkret sagte der türkische Minister, dass der Teil des Abkommens, der die Landpassage von Flüchtlingen betreffe, überdacht werden sollte. In der Türkei leben derzeit 2,8 Millionen Flüchtlinge. Die meisten von ihnen wollen Richtung EU weiterziehen. Sollten die Grenzen von den Türken freigegeben werden, droht eine neue Asyl-Katastrophe.

Schicksals-Referendum
Der türkische Recep Tayyip Erdogan brachte in den letzten Tagen ein Land nach dem anderen gegen sich auf. Die Türkei provoziert wo sie nur kann und fordert somit Reaktionen. Was in Europa oftmals nach purem Zorn eines autoritären Diktators aussieht, ist in Wahrheit jedoch kalkulierte Innenpolitik.

Am 16. April wird in der Türkei über eine Verfassungsreform abgestimmt, alle Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Verliert Erdogan diese Abstimmung, dann ist wohl auch seine Herrschaft abrupt vorüber.

Erdogan setzt deshalb auf eine gewagte Strategie. Er tut so, als könne nur er für Stabilität in der Türkei sorgen. Das Land sei umgeben von Feinden, die der Türkei schaden wollten. Europäischen Ländern wirft er prompt Türkenfeindlichkeit vor. Bilder, wie jene am Wochenende in den Niederlanden, bestätigen Erdogan und bekräftigen ihn nur in seinem Kurs

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