Drama vor Beirut

Blitz trifft Flugzeug nach dem Start

© AP

Berichte über Überlebende wurden bislang nicht bestätigt. An Bord waren 90 Menschen.

Zur Vollversion des Artikels

Vor der libanesischen Küste ist am frühen Montagmorgen ein Flugzeug mit 90 Menschen an Bord abgestürzt. Die Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines war auf dem Weg von Beirut nach Addis Abeba. Offizielle Stellen dementierten am Vormittag lokale Medienberichte, nach denen sieben Überlebende geborgen worden sein sollten. Die Aussicht, auch noch später jemanden lebend retten zu können, wurde von den Behörden in Beirut als gering eingeschätzt.

Ein Vertreter der Ethiopian Airlines sagte am Flughafen von Beirut: "Uns liegen derzeit noch keine Berichte von Überlebenden vor." Eine Quelle im libanesischen Sicherheitsapparat bestritt, dass die libanesische Armee Überlebende gefunden habe. Die Armee habe bisher lediglich vier Leichen bergen können, hieß es bereits in den Morgenstunden

Blitzeinschlag?

Flug ET-409 war um 2.35 Uhr Ortszeit vom internationalen Flughafen Beirut bei schlechtem Wetter gestartet, 25 Minuten später als planmäßig. Schon kurz danach, so teilte Ethiopian Airlines mit, ging der Funkkontakt mit der Maschine verloren. Augenzeugen schilderten, dass sie ein lautes Geräusch gehört hätten, danach sei ein Flugzeug brennend ins Wasser gestürzt. Ein Flughafensprecher berichtete von einem Blitz, der ins Flugzeug eingeschlagen haben könnte. Am Rafik Hariri International Airport versammelten sich besorgte Angehörige.

© oe24

Frau des französischen Botschafters an Bord
Bei den Passagieren handelte es sich überwiegend um Libanesen und Äthiopier. In der Maschine befand sich auch die Frau des französischen Botschafters im Libanon, Marla Sanchez Pietton.

© oe24

Laut Fluggesellschaft stammten 51 Passagiere aus dem Libanon, 23 aus Äthiopien und zwei aus Großbritannien. Je ein Fluggast kam aus der Türkei, aus Frankreich, Russland, Kanada, Syrien und Irak.

© oe24

Schlechtes Wetter erschwert Rettung
Hubschrauber und Marineschiffe suchten an der Absturzstelle, die rund 3,5 Kilometer vor der Küste liegt, nach Opfern. An der großangelegten Aktion waren nach Angaben der Vereinten Nationen auch ein deutsches und ein italienisches Schiff beteiligt. Die Bemühungen wurden durch schlechtes Wetter erschwert. Auch Zypern schickte Rettungskräfte. In den ersten Stunden nach dem Unglück wurden 18 Leichen geborgen. Auch Wrackteile seien gefunden worden, sagte eine zypriotische Polizeisprecherin.

© oe24