Teurer Flug

Boeing 777 abgefangen: Flugmeilen-Dieb sorgt für Kampfjet-Einsatz

20.03.2026

Ein Flug von Brüssel nach Montreal endete für die Passagiere in Chaos. Der Grund: Eine Person im Flugzeug stahl Flugmeilen und sorgte dabei für einen Kampfjet-Einsatz.

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© Getty Images
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Am vergangenen Mittwoch wurde ein Transatlantikflug der Air Canada von Brüssel nach Montreal von einem Kampfjet abgefangen. Das North American Aerospace Defense Command (NORAD) entsandte dabei eine kanadische CF-18 sowie ein US-amerikanisches F-16-Kampfjet. Die beiden Jets wurden beim Einsatz von einem KC-135-Tankflugzeug unterstützt.

Der Grund für den Einsatz war sehr ungewöhnlich. Ein Passagier hat nämlich Flugmeilen gestohlen. Der Mann soll die Identität des Bestohlenen genutzt haben, um in die Maschine zu gelangen, so "Simple Flying".

Zufall deckte Diebstahl auf

Aufgedeckt wurde der Betrug über dem Nordatlantik. Der Bestohlene wollte einen anderen Flug von Air Canada besteigen. Durch den digitalen Abgleich im Buchungssystem stellte die Airline fest, dass der Mann nicht an beiden Orten gleichzeitig sein kann.

Somit reiste der Flugmeilen-Dieb mit einer fremden Identität. Die Behörden stuften den Vorfall als ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko ein und sendeten die Abfangjäger aus. Eine Stunde vor der Landung stellten die Jets Sichtkontakt zur Maschine her. Sie wollten sichergehen, dass die Besatzung die Kontrolle über das Flugzeug hatte.

Behörden wegen Iran-Krieg besorgt

Die aktuelle geopolitische Lage sorgte wohl für die angespannte Reaktion. Überwachungsbehörden wie NORAD reagieren seit dem Beginn des Iran-Kriegs sensibel auf jegliche Form von Identitätsdiebstahl im Luftraum.

Das Flugzeug landete unter Begleitung der Kampfjets sicher auf dem Flughafen Montreal-Trudeau. Ein derartiger Einsatz ist nicht günstig. Pro Flugstunde kostet ein F-16 rund 25.000 US-Dollar.

Am Flughafen Montreal-Trudeau wurde ein 27-Jähriger festgenommen. Sein Gepäck wurde gesondert untersucht. Ebenfalls wurde ein Mann in den 30ern festgenommen. Behörden haben vermutet, dass sich die Männer kannten. Dies stellte sich als ein Irrtum heraus. Beide Männer wurden nach einer Befragung wieder freigelassen. Formelle Anklagen liegen derzeit nicht vor. In Aussicht steht aber eine Anklage wegen Betrugs.