Akute Gefahr
Bringen gierige Möwen jetzt Wal "Timmy" zur Explosion?
26.05.2026Seit Tagen machen sich Möwen über den Kadaver von Buckelwal Timmy her. Der tote Meeresriese bläht sich immer weiter auf. Meeresbiologe Fabian Ritter klärt auf, ob Explosionsgefahr droht.
Der leblose Körper des Buckelwals wird immer runder, seit er vor der dänischen Insel Anholt entdeckt wurde. Verantwortlich dafür sind Bakterien, die den Kadaver zersetzen und dabei gefährliche Gase wie Kohlendioxid, Methan und Schwefelwasserstoff produzieren. Weil die dicke Haut des Tieres, das Gewebe und eine Fettschicht verhindern, dass diese Gase entweichen können, verwandelt sich der Wal-Kadaver in einen prallen Ballon. Besonders sichtbar ist diese Dehnung im Bereich des Mauls und der Kehlfalten, die das Tier normalerweise für die Nahrungsaufnahme nutzt.
Möwen picken am Meeresriesen
Viele fragen sich nun, ob die zahlreichen Vögel auf dem Körper des Tieres die Haut durchstechen können. Die Möwen sitzen auf dem Buckelwal, picken, zerren und stochern im Bereich der Oberfläche nach Nahrung. Sie fressen Hautpartikel, kleine Krebse, Würmer sowie andere Organismen direkt aus den gedehnten Kehlfalten. Experte Fabien Ritter gibt bei der BILD jedoch vorerst Entwarnung, was ein potenzielles Platzen durch die Schnäbel betrifft. Die Vögel werden es kaum schaffen, den Wal komplett aufzupicken.
Speckschicht schützt den Kadaver
Der Grund für den Schutz vor den Vögeln liegt tief unter der Haut. Ausgerechnet der dicke Speck, der die Gase im Inneren blockiert, hält auch die Schnäbel ab. Bei gesunden Walen beträgt diese schützende Fettschicht zwischen zehn und 40 Zentimeter. Für die pickenden Vögel auf der Oberfläche ist dieses Gewebe einfach zu dick. Dennoch bleibt die Lage im Meer weiterhin extrem brenzlig.
Akute Explosionsgefahr für Timmy
Mit jedem weiteren Tag der Zersetzung steigt der Druck im Inneren des Tieres unaufhaltsam an. Wenn man nicht vorher mit gezielten Stichen oder einer Lanze dafür sorgt, dass die Gase kontrolliert entweichen können, besteht laut dem Meeresbiologen tatsächlich eine akute Explosionsgefahr.