Neue Vorwürfe

Feuer-Horror von Crans-Montana: Kellnerin (†24) klagte über Ausbeutung

16.01.2026

Beim Feuer in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana kam die 24-jährige Kellnerin Cyane ums Leben. Neue Informationen und Nachrichten der jungen Frau an ihre Eltern werfen nun neue Vorwürfe gegen die Bar-Betreiber Jacques und Jessica Moretti auf.

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© APA/KEYSTONE/CYRIL ZINGARO
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Laut der Anwältin der Eltern, Sophie Haenni, war das Verhältnis zwischen Cyane und den Betreibern seit Langem belastet. 2024 reichte sie eine Beschwerde über die Arbeits­bedingungen in den Betrieben der Morettis beim Arbeitsgericht ein, berichtet "Bild" unter Angaben der Anwältin von Cyanes Eltern.

Cyane soll täglich extrem lange gearbeitet haben – tagsüber im Restaurant "Senso", nachts bis in die frühen Morgenstunden in der Bar "Le Constellation". Sie sei körperlich und seelisch erschöpft gewesen, wie sie 2025 ihren Eltern berichtet haben. Außerdem beklagte sie einen Mangel an Empathie der Morettis. Laut Haenni sei Cyane kurz davor gewesen, diese Ausbeu­tung öffentlich zu machen.

In der Silvesternacht war Cyane eigentlich nicht für den Service im Keller vorgesehen, wurde jedoch dorthin geschickt, weil dort viele Champagnerflaschen bestellt worden seien. "Sie wurde nie über die Gefahr durch die Schaumstoff-Decke informiert und erhielt keine Si­cherheitsschulung", zitiert "Bild" aus einer Erklärung von Cyanes Eltern.

Cyane versuchte über Mitarbeiterausgang zu fliehen

Als das Feuer ausbrach, versuchte Cyane zu fliehen, scheiterte jedoch an einem verschlossenen Mitarbeiterausgang im Erdgeschoss. Warum dieser Ausgang zu war, wisse er nicht, behauptet Jacques Moretti. Nachdem er die Tür gewaltsam aufgebrochen habe, habe er sie eine Stunde lang wiederzubeleben versucht. Für Cyane kam jede Hilfe zu spät.

Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen und 114 Menschen teils schwer verletzt worden.

Brand in Crans-Montana - Barbesitzer offiziell in Untersuchungshaft

Das Zwangsmaßnahmengericht des Schweizer Kantons Wallis hat am vergangenen Montag Untersuchungshaft für den Barbesitzer in der Folge des Brandes in Crans-Montana angeordnet. Diese Entscheidung gilt zunächst für einen Zeitraum von drei Monaten.

Gegen das französische Betreiber-Ehepaar wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Der Mann wurde nach einem Verhör am Freitag wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen, die nun bestätigt wurde. Das Zwangsmaßnahmengericht (ZMG) erklärte sich in der Mitteilung "bereit, die Untersuchungshaft aufzuheben, sofern verschiedene von der Staatsanwaltschaft beantragte Maßnahmen - darunter insbesondere die Hinterlegung von Sicherheiten - getroffen werden." Diese erschienen als angemessen, um der Fluchtgefahr entgegenzuwirken. In der Zwischenzeit müsse die Freiheitsentziehung bestehen bleiben.

Weiter erinnerte das ZGM daran, "dass die Untersuchungshaft eine verfahrensrechtliche Haft ist, die ausschließlich dazu dient, den ordnungsgemäßen Ablauf der Ermittlungen zu gewährleisten." Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Brand im Keller der Bar wahrscheinlich durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Erhebungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprochen haben.

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