Silvester-Inferno

Flammen-Hölle: Bar-Chef bricht sein Schweigen

02.01.2026

Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana hat sich nun erstmals der Betreiber der betroffenen Bar öffentlich geäußert. 

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Jacques Moretti (49), der gemeinsam mit seiner Frau den Nachtclub „Le Constellation“ führte, zeigt sich tief erschüttert und kündigt volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden an.

„Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären. Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert“, sagte Moretti in einem Interview mit dem Portal „20 Minuten“. Die Schweizer Journalisten beschreiben den Wirt als „sichtlich gezeichnet von den Ereignissen“. Moretti selbst schildert die seelische Belastung eindringlich: „Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht.“

Frau war in der Bar

Während Jacques Moretti zum Zeitpunkt des Brandes in einem anderen Lokal arbeitete, befand sich seine Frau Jessica Moretti (40) in der Bar, als das Feuer ausbrach. Sie überlebte das Inferno und erlitt dabei leichte Verbrennungen am Arm. Dutzende Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Gegenüber der „Tribune de Genève“ betonte Moretti, dass der Club in den vergangenen zehn Jahren insgesamt dreimal von den Behörden kontrolliert worden sei. Dabei sei „alles vorschriftsmäßig abgelaufen“, so der Betreiber.

Unterdessen prüfen die Ermittlungsbehörden mögliche strafrechtliche Konsequenzen. Die zuständige Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte bei einer Pressekonferenz, es werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. „Und wenn diese Personen noch leben, wird gegen sie ermittelt werden“, sagte Pilloud. Konkrete Beschuldigte gebe es bislang jedoch nicht. Daher seien derzeit auch keine Maßnahmen wie eine Ausreisesperre gegen die französischen Betreiber möglich.

Sprühkerzen als Auslöser

Zur Brandursache äußerte sich die Staatsanwältin ebenfalls. „Alles deutet darauf hin, dass das Feuer durch die Feuerfontänen ausgelöst wurde“, erklärte Pilloud. Diese hätten die Decke in Brand gesetzt, von wo aus sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet habe. Zu diesem vorläufigen Ergebnis seien die Ermittler auf Basis von Videoauswertungen und Zeugenaussagen gekommen.

Im weiteren Verlauf der Untersuchungen soll nun geklärt werden, ob die verwendeten Feuerfontänen für den Einsatz in Innenräumen zugelassen waren und ob die verbaute Schaumstoffdecke den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften entsprach. Die Ermittlungen dauern an. 

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