Plagiatsvorwurf
Guttenberg: SPD vermutet Ghostwriter
Der Wissenschaftliche Dienst recherchiert für Abgeordnete in Ausübung ihres Mandats. "Der Deutsche Bundestag behält sich sämtliche Rechte an Arbeiten des Wissenschaftlichen Dienstes vor. Veröffentlichung und Verbreitung bedürfen grundsätzlich der Zustimmung der Abteilungsleitung", heißt es in den Nutzungsrichtlinien.
Fehler eingeräumt
Guttenberg hatte am Freitag in der Plagiatsaffäre erstmals Fehler eingeräumt und sich entschuldigt. Seinen Doktortitel will er bis zum Abschluss der Untersuchungen der Universität Bayreuth ruhen lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stärkte ihm den Rücken. "Er hat das Notwendige gesagt. Ich stehe zu der Arbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg und zu ihm als Persönlichkeit", sagte die CDU-Vorsitzende in einem Interview des Südwestrundfunks (SWR). Auch CSU-Chef Horst Seehofer stellte sich hinter den Parteifreund.
Grüne fordern Erklärung
Die Grünen verlangten eine Erklärung des Ministers zu den Vorwürfen im Bundestag. Ihr Verteidigungsexperte Omid Nouripour sagte der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag): "Wir sind nach Guttenbergs Erklärung so klug wie zuvor. Die Textvergleiche zur Doktorarbeit liegen auf dem Tisch, eine Erklärung von Guttenberg hierfür aber weiterhin nicht." Nach Ansicht von Linksfraktionschef Gregor Gysi wird Guttenberg über die Affäre stürzen. Der Minister habe mehrfach harte personelle Konsequenzen in der Truppe gezogen. "Er muss akzeptieren, dass diese Maßstäbe auch für ihn gelten."
Guttenberg selbst bekräftigte hingegen, dass er im Amt bleiben will. Dem "Focus" antwortete er am Freitag auf die Frage, ob er seit Bekanntwerden der Vorwürfe mal an Rücktritt gedacht habe: "Unsinn!"