Für drei Monate
Inferno in Crans-Montana: Barbesitzer offiziell in U-Haft
12.01.2026Das Zwangsmaßnahmengericht des Schweizer Kantons Wallis hat am Montag Untersuchungshaft für den Barbesitzer in der Folge des Brandes in Crans-Montana angeordnet.
This browser does not support the video element.
Diese Entscheidung gilt zunächst für einen Zeitraum von drei Monaten. Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen und 114 Menschen teils schwer verletzt worden.
- Barbetreiber gibt zu: Notausgang war von innen verschlossen
- Nach Einvernahme: Bar-Chef nach tödlichem Brand in Crans-Montana festgenommen
- Tödliches Inferno: Bar-Besitzer müssen zum Verhör
Gegen das französische Betreiber-Ehepaar wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Der Mann wurde nach einem Verhör am Freitag wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen, die nun bestätigt wurde.
Um Fluchtgefahr entgegenzuwirken
Das Zwangsmaßnahmengericht (ZMG) erklärte sich in der Mitteilung "bereit, die Untersuchungshaft aufzuheben, sofern verschiedene von der Staatsanwaltschaft beantragte Maßnahmen - darunter insbesondere die Hinterlegung von Sicherheiten - getroffen werden." Diese erschienen als angemessen, um der Fluchtgefahr entgegenzuwirken. In der Zwischenzeit müsse die Freiheitsentziehung bestehen bleiben.
Weiter erinnerte das ZGM daran, "dass die Untersuchungshaft eine verfahrensrechtliche Haft ist, die ausschließlich dazu dient, den ordnungsgemäßen Ablauf der Ermittlungen zu gewährleisten." Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Brand im Keller der Bar wahrscheinlich durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Erhebungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprochen haben.
Zustand italienischer Patienten teilweise besser
Inzwischen hat sich der Zustand einiger der am Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelten italienischen Jugendlichen verbessert. Unter den zwölf Patienten gebe es "zwei oder drei Fälle mit deutlicher Besserung", berichtete der lombardische Gesundheitsbeauftragter Guido Bertolaso am Montag. Zwei Patienten könnten in den kommenden Tagen voraussichtlich in andere Kliniken in Italien verlegt werden.
Neun Patienten seien weiterhin in kritischem Zustand, wenn auch mit unterschiedlichem Schweregrad. Sie müssten noch lange auf der Intensivstation und anschließend in spezialisierten Brandverletztenzentren behandelt werden. "Wir sind bei keinem der Patienten pessimistisch, aber der Kampf ist extrem hart", sagte Bertolaso. Bei dem Brand sind sechs italienische Jugendliche ums Leben gekommen.