Justiz greift durch

Nach Einvernahme: Bar-Chef nach tödlichem Brand in Crans-Montana festgenommen

Nach dem tödlichen Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana hat die Walliser Justiz eine neue Entscheidung getroffen. Der Betreiber der betroffenen Bar wurde in Gewahrsam genommen. 

Nach einer Vernehmung am Freitagnachmittag wurde Jacques Moretti, Chef der Bar "Le Constellation", von der Walliser Staatsanwaltschaft festgenommen. Das berichtet die Zeitung "24 heures". Die Maßnahme muss innerhalb von 48 Stunden vom Walliser Zwangsvollstreckungsgericht bestätigt werden. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Inhaftierung wegen Fluchtgefahr. Noch am 4. Januar hatten sich die Ermittler geweigert, Moretti in Untersuchungshaft zu nehmen. Damals hieß es in einer Mitteilung der Walliser Polizei, die Voraussetzungen für Zwangsmaßnahmen seien nicht erfüllt, da kein Fluchtverdacht bestehe.

Tödlicher Brand in Bar

Kopie von Crans-Montana
© X

Das Feuer brach in der Silvesternacht im Keller der Bar aus, während hunderte junge Menschen im Nobel-Skiort Crans-Montana den Jahreswechsel feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, viele davon Teenager. Das jüngste Opfer war 14 Jahre alt. Insgesamt wurden 119 Personen verletzt, rund 80 davon schwer. Die meisten Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahre alt und erlitten lebensgefährliche Verbrennungen. Der Brand gilt als eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Schweizer Geschichte.

Schwere Vorwürfe

Jacques Moretti und seine Frau Jessica stehen im Verdacht der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der fahrlässigen Brandstiftung. In einer schriftlichen Erklärung kündigten beide ihre "vollständige Zusammenarbeit" mit den Schweizer Behörden an. "Wir werden in keiner Weise versuchen, uns diesen Dingen zu entziehen", erklärten sie und betonten, sie seien "am Boden zerstört und voller Trauer".

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