Pächter kämpfen

Italien-Urlaub – Steigen die Preise an den Stränden?

22.04.2026

Der gewohnte Anblick bunter Sonnenschirme an Italiens Küsten täuscht: Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf mit der EU. Für österreichische Urlauber könnte der Sonnenplatz am Lido bald deutlich teurer werden.

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© Getty Images (Symbolbild)
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Italiens Küsten bereiten sich auf einen Ansturm vor. Da die anhaltende Kerosinkrise viele Österreicher dazu bewegen könnte, heuer mit dem Auto auf Urlaub zu fahren, anstatt einen Flug zu buchen, rückt das südliche Nachbarland wieder verstärkt in den Fokus. Doch wer diesen Sommer am angestammten Lido entspannen will, trifft auf verunsicherte Betreiber. Bis Juni 2027 muss Italien auf Druck der EU sämtliche Strandkonzessionen neu ausschreiben, wie der Schweizer "Blick" online berichtet.

Grundlage ist die EU-Bolkestein-Direktive, die mehr Wettbewerb im Binnenmarkt schaffen will. In Italien betrifft das rund 30.000 Betreiber, oft Familienbetriebe, die ihre Lidos seit Generationen führen. Sie fürchten nun, dass internationale Großkonzerne die Ausschreibungen gewinnen und die gewachsenen Strukturen zerschlagen könnten. Unter dem Motto "Balneari incazzati" (wütende Lidobetreiber) gingen bereits zahlreiche Betreiber in Sanremo und Rom auf die Barrikaden.

Preisschock für Touristen befürchtet

Die wirtschaftliche Bedeutung ist gewaltig: Die Lidos erwirtschaften jährlich rund 15 Milliarden Euro. Die Betreiber warnen nun vor einem "Ausverkauf" und "Enteignung". Sie befürchten, dass neue, höhere Konzessionsgebühren direkt an die Gäste weitergegeben und die Preise deutlich steigen werden. Schon im vergangenen Jahr blieben viele Schirme auf Privatstränden leer, da selbst Einheimischen die Preise zu hoch wurden.

Sorge um den vertrauten Service

Für die Gäste aus Österreich steht nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität auf dem Spiel. Viele Urlauber schätzen die persönliche Atmosphäre in den familiengeführten Betrieben. Ob ein internationaler Investor denselben Charme bieten kann, bleibt fraglich. Die Branche fordert daher weiterhin, die Neuvergabe zumindest hinauszuschieben oder Entschädigungen für jahrelange Investitionen zu erhalten.