Ostern
Kreuzweg am Kolosseum - Papst trug Kreuz selbst
03.04.2026Bei der Karfreitagsprozession vor dem Kolosseum in Rom hat Papst Leo XIV. das Kreuz zur Erinnerung an den Leidensweg von Jesus Christus am Kolosseum selbst getragen.
Damit kehrte das neue Oberhaupt der katholischen Kirche zu einer Tradition der Osterfeierlichkeiten zurück. Zu der stimmungsvollen Prozession am Karfreitag, mit der an die Leidensstationen Jesu erinnert wurde, versammelten sich Zehntausende Gläubige vor dem antiken Amphitheater. Viele trugen Kerzen in der Hand.
Für Leo ist dies das erste Osterfest als Pontifex. Sein Vorgänger Papst Franziskus war am Ostermontag vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit hatte der Argentinier zuletzt nicht mehr am Kreuzweg teilnehmen können, der nach Einbruch der Dunkelheit am Kolosseum stattfindet. Trotzdem kamen regelmäßig mehrere Zehntausend Gläubige zu dem fast 2.000 Jahre alten Amphitheater.
Verfasst wurden die Meditationen vom Franziskaner Francesco Patton
Am Karfreitag wurde Jesus der Überlieferung nach zum Tode verurteilt und gekreuzigt. Der Kreuzweg zeichnet die letzten Stationen seines Leidenswegs nach. Verfasst wurden die Meditationen zu den Stationen des Kreuzwegs heuer vom Franziskaner Francesco Patton, der lange eine kirchliche Führungsposition im Nahen Osten innehatte.
Patton, von 2016 bis 2025 Oberer der Franziskaner im Heiligen Land, hat die Bibeltexte zum Leiden und Sterben Jesu für jede Kreuzwegstation mit Auszügen aus den Schriften seines Ordensgründers, des heiligen Franz von Assisi, ergänzt. Die katholische Kirche begeht aktuell ein Jubiläumsjahr anlässlich des 800. Jahrestags des Todes des heiligen Franz von Assisi. Üblicherweise beauftragen die Päpste seit Johannes Paul II. jährlich andere Personen oder Gruppen mit dem Schreiben der Meditationstexte zum Karfreitagskreuzweg am Kolosseum.
Vor dem Kreuzweg am Karfreitag gedachte der Papst im Petersdom des Leidens und Sterbens Jesu. Am Ende des Gottesdienstes kniete er vor dem Kreuz und verharrte im Gebet. Mit Leo XIV. nahmen zahlreiche Kardinäle, Bischöfe und Vertreter des diplomatischen Korps am frühen Abend an dem Wortgottesdienst und der Zeremonie der Kreuzverehrung teil. Nach katholischer Tradition findet am Karfreitag, dem Gedächtnistag des Todes Jesu, keine Messe statt.
Am Sonntag wird Leo nach einer großen Messe auf dem Petersplatz vor mehreren Zehntausend Menschen den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden. Leo war im Mai vergangenen Jahres als Nachfolger von Franziskus zum 267. Papst der Kirchengeschichte gewählt worden. Der 70-Jährige ist das erste Oberhaupt der katholischen Kirche aus den USA. Weltweit gibt es etwa 1,4 Milliarden Katholiken.
Papst feiert Osternachtliturgie, Gedenken an die Auferstehung Jesu
Papst Leo XIV. feiert am Samstag in Rom im Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi die Osternachtliturgie. Vor der großen Ostermesse am Sonntag auf dem Petersplatz (10.00 Uhr) vor voraussichtlich Zehntausenden Gläubigen ist die Osternacht am Samstag der wichtigste Gottesdienst des Kirchenjahres. In der Heiligen Nacht vor dem Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu Christi nach dessen Tod am Kreuz gefeiert.
Die Zeremonie beginnt traditionell mit der Einzugsprozession in den dunklen Dom hinter der Osterkerze, an der zum Ruf "Lumen Christi" (Licht Christi) die Kerzen der Priester und Gläubigen entzündet werden. Am Sonntag wird Leo vor Zehntausenden zum ersten Mal an Ostern den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") spenden. Leo war im Mai vergangenen Jahres als Nachfolger von Franziskus zum 267. Papst der Kirchengeschichte gewählt worden.