Militär

Heftiger Streit mit Trump: Dieses Land rüstet jetzt auf

11.07.2025

Nach dem heftigen Streit mit US-Präsident Donald Trump auf dem NATO-Gipfel Ende Juni in Den Haag hat Spanien eine deutliche Aufstockung seiner Streitkräfte angekündigt. 

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© Telemadrid
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Wie mehrere spanische Zeitungen am Freitag berichten, will Spanien seine Armee in den kommenden zehn Jahren um 14.000 Soldaten und Soldatinnen erhöhen.

Derzeit verfügt Spanien über rund 123.000 Streitkräfte. Zur Erhöhung des Personalbestands verpflichtete sich Spanien gegenüber dem Militärbündnis bereits auf dem letzten NATO-Gipfel in Den Haag. Auf dem Gipfel wurde Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE) besonders kritisiert, weil Spanien als einziger NATO-Mitgliedsstaat die von US-Präsident Donald Trump geforderte Erhöhung der Beitragszahlungen ablehnte.

Während sich alle anderen NATO-Staaten dazu verpflichteten, ihre Rüstungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufzustocken, bezeichnete Sánchez dieses von Trump angepeilte Ziel sogar als "unvernünftig".

Trump sieht Spanien als Problemfall

Noch vor Ankunft beim NATO-Gipfel in Den Haag sagte Trump an Bord der Air Force One: "Es gibt ein Problem mit Spanien." Dass Spanien nicht bereit sei, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, halte er für "sehr unfair gegenüber dem Rest".

Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump eine Auflistung von Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten, auf der Spanien ganz am Ende rangiert und ergänzte: "Wissen Sie, was wir tun werden? Wir verhandeln mit Spanien über ein Handelsabkommen. Wir werden sie doppelt so viel zahlen lassen."

Drohung ließ Madrid kalt

Diese Drohung ließ Madrid zumindest offiziell aber ziemlich kalt, weil Handelsabkommen und Zölle mit der gesamten Europäischen Union verhandelt werden und nicht mit den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Die spanische Armee nimmt regelmäßig an internationalen Militärmissionen der NATO, der UNO und der EU teil. Im Jahr 2024 nahmen spanische Soldaten an 17 verschiedenen Missionen mit mehr als 15.000 Soldaten teil.

Die Truppenstärke aller 32 NATO-Länder umfasste 2025 rund 3,4 Millionen Soldaten. Die größte Truppe stellen die USA mit rund 1,3 Millionen, gefolgt von der Türkei mit 481.000 Streitkräften und Polen mit 216.000. Laut offiziellen NATO-Daten gab Spanien im Jahr 2024 jedoch nur 1,28 Prozent seines BIP für Verteidigung aus - so wenig wie kein anderes der 32 Bündnismitglieder. Dennoch will Spanien sein Verteidigungsbudget bis Jahresende auf die vor dem Den Haager NATO-Gipfel vereinbarten 2,1 Prozent des BIP anheben.

Spanien ist allerdings nicht das einzige NATO-Land unter der Zwei-Prozent-Schwelle: Portugal, Kanada, Belgien, Luxemburg und Slowenien haben die Marke ebenfalls nicht erreicht. Italien, die drittgrößte EU-Volkswirtschaft, hat mit etwa 1,6 Prozent ebenfalls die Zielmarke verfehlt, liegt aber immerhin deutlich über dem Schlusslicht Spanien.

Vor allem Länder wie Polen, Estland, Lettland und Litauen, die sich in unmittelbarer Nähe zu Russland und der Ukraine befinden, geben bereits drei Prozent oder mehr für Verteidigung aus. 

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