Friedens-Nobelpreis

Reaktionen auf die Verleihung

12.10.2007

Al Gore hat den Friedensnobelpreis 2007 erhalten. Lesen Sie hier im Folgenden Reaktionen.

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Bundeskanzler Gusenbauer: "Die Entscheidung des Nobelpreis-Komitee diesen wichtigsten internationalen Friedenspreis an Al Gore und das Intergovernmental Panel on Climate Change zu vergeben, ist eine Ermahnung und Ermunterung an alle Staaten, eine konsequente Klimapolitik im Sinne der Nachhaltigkeit zu betreiben. Österreich wird diesen Auftrag gerne wahrnehmen und seine Politik im Interesse von zukünftigen Generationen national und international fortsetzen. Ich gratuliere Al Gore, den ich seit vielen Jahren kenne und schätze und mit dem ich zuletzt in New York am Randes des UNO Klimagipfels und der Clinton Global Initiative zusammengetroffen bin".

Weißes Haus: Das Weiße Haus in Washington hat in einer ersten Stellungnahme positiv auf die Vergabe des Friedensnobelpreises an Ex-US-Vizepräsident Al Gore reagiert. "Natürlich freuen wir uns für (...) Gore und den UNO-Klimarat, dass sie diese Anerkennung erhalten haben", sagte der stellvertretende Sprecher Tony Fratto am Freitag dem Fernsehsender CBS. Der Demokrat Gore ist ein scharfer Kritiker der Klimapolitik von Präsident George W. Bush.

UN-Chef Ban: UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich "sehr erfreut" geäußert. Das außergewöhnliche Engagement des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore sei ein Beispiel für die wichtige Rolle, die jeder einzelne bei der Bewältigung weltweiter Probleme spielen könne, sagte Ban nach Angaben einer Sprecherin am Freitag in New York.

Ban verwies darauf, dass "vor allem Dank der klaren und gut dokumentierten Ergebnisse" des Klimarats zweifelsfrei anerkannt sei, dass es einen Klimawandel gibt und dass viel davon durch den Menschen verursacht werde. "Als Ergebnis gibt es jetzt rund um die Welt eine beispiellose Bereitschaft, den Klimawandel anzugehen, und die Vereinten Nationen werden als das Forum angesehen, eine Vereinbarung dazu zu erreichen", sagte Ban. Die Industrie- und die Entwicklungsländer seien jetzt gleichermaßen aufgefordert, sich bei der Klimakonferenz im Dezember in Bali zu einem "echten Durchbruch" zu verpflichten.

Alexander Van der Bellen: "Die Auszeichnung von Ex-US-Vizepräsident Al Gore und dem UN-Klimarat IPCC mit dem Friedensnobelpreis ist eine Anerkennung dafür, dass es sich beim Klimawandel nicht nur um ein globales Umweltproblem handelt. Der Klimawandel kann auch eine Bedrohung für die Sicherheit und den Frieden auf der ganzen Welt sein. Wer also gegen den Klimawandel kämpft, kämpft damit auch für den Frieden auf der Welt", so Alexander Van der Bellen, Bundessprecher der Grünen und Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin.

Eva Glawischnig: Die jüngsten Berichte des IPCC haben erstens festgestellt, dass der Klimawandel menschengemacht ist und zweitens, dass die Auswirkungen so verheerend sein werden, dass die Lebensgrundlage von vielen Millionen Menschen bedroht ist und damit zu Instabilität und Krieg führen kann. "Die Auszeichnung für Al Gore und den UN-Klimarat muss daher ein Ansporn sein, noch mehr gegen den drohenden Klimawandel zu tun", so Van der Bellen und Glawischnig.

Greenpeace: "Diese Entscheidung freut uns riesig und unterstreicht einmal mehr die außerordentliche Bedeutung die der Kampf gegen den Klimawandel global besitzt", meint Greenpeace-Sprecher Bernhard Obermayr in einer ersten Reaktion. Gerade vor der im Dezember stattfindenden entscheidenden UN-Weltklimakonferenz in Bali ist die Entscheidung des Nobelpreiskomitees sehr zu begrüßen.

EU-Kommsionspräsident Barroso: "Ihre Beiträge zur Vorbeugung des Klimawandels haben das Bewusstsein in der ganzen Welt erhöht".

Kritik von Vaclav Klaus: Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus, der die Thesen des Ex-US-Vizepräsidenten Al Gore zum Klimawandel mehrfach öffentlich zurückgewiesen hatte, hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an den US-Politiker kritisiert. Der Zusammenhang zwischen dem Weltfrieden und den "Aktivitäten" von Gore sei "undeutlich", teilte die Kanzlei des Präsidenten am Freitag in Prag mit. Im Gegenteil seien "die Zweifel von Gore kein Beitrag für die Grundfesten der Zivilisation".

Erst vor kurzem hatte Klaus in einem Interview gesagt: "Einen größeren Unsinn als die 'Beweise', dass der Mensch die Erde zerstört, habe ich vermutlich noch nie gehört. Das sagt vielleicht ein Al Gore, aber kaum ein normaler Mensch."

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