Nach ETA-Anschlag

Spanien erklärt Friedensprozess für beendet

31.12.2006

Drei Tage nach dem Bombenanschlag der ETA auf den Madrider Flughafen hat die spanische Regierung den Friedensprozess für beendet erklärt.

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Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba betonte am Dienstag in Madrid: "Die ETA hat mit dem Anschlag den Friedensprozess gebrochen, zerstört und erledigt. Da gibt es nicht den geringsten Zweifel." Der Dialog sei offenkundig "beendet", so Rubalcaba vor Journalisten. Die Verantwortung dafür trage die ETA.

Vermutlich zwei Tote
Die ETA hatte am Samstag eine Autobombe in einem Parkhaus am Flughafen von Madrid hochgehen lassen. 19 Menschen wurden leicht verletzt, zwei Vermisste sind vermutlich tot. Es war der erste ETA-Anschlag seit März 2006, als die baskische Untergrundorganisation eine Waffenruhe für "unbegrenzte" Zeit ausgerufen hatte.

Alle Kontakte abgebrochen
Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte auf Grund des Anschlags, bei dem am Samstag auch riesige Schäden verursacht worden waren, alle Kontakte zur ETA abgebrochen. Der Innenminister rief die Parteien auf, im Kampf gegen den Terror eine gemeinsame Front zu bilden. Mit seiner Erklärung kam er indirekt einer Forderung der Opposition der Konservativen nach, die von Anfang an gegen Verhandlungen mit der ETA waren und nach dem Anschlag verlangt hatten, dass die Regierung ein Scheitern des Friedensprozesses eingestehe.

Opfer noch nicht geborgen
Die beiden Ecuadorianer, die am Samstag in ihren Autos in einem Parkhaus des Großflughafens Barajas von der Explosion überrascht worden waren, konnten bisher nicht aus den Trümmern geborgen werden. Die Bergungsmannschaften arbeiteten sich am Dienstag bis in die Zone vor, in denen sich die Fahrzeuge der Opfer befunden hatten.

Ecuador bestätigt Tod
Die Regierung in Ecuador hatte den Tod der beiden Männer bestätigt. Dagegen sprachen die spanischen Behörden offiziell noch von "Vermissten". Allerdings räumten auch sie ein, dass die Ecuadorianer in dem Parkhaus keine Überlebenschancen gehabt hätten, weil bei der Explosion Temperaturen von über 1000 Grad herrschten.

Zehn Millionen Euro Schaden
Experten der Versicherungsbranche bezifferten den Schaden des Bombenanschlags auf über zehn Millionen Euro. Durch die Wucht der Explosion waren mehrere Parkdecks eingestürzt. Über 1000 Autos wurden zerstört oder beschädigt. In dem erst vor kurzem eingeweihten Terminal 4 des Flughafens zerbarsten Fensterscheiben. Der spanische Architekt Carlos Lamela, der den Terminal zusammen mit dem Briten Richard Rogers entworfen hatte, bezifferte die Schäden gar auf bis zu 30 bis 40 Millionen Euro.

"Waffenruhe" beendet
Mit dem Anschlag beendete die ETA eine "Waffenruhe", die sie im März erklärt und mit der sie den Weg zur Einleitung eines Friedensprozesses freigemacht hatte. Die ETA kämpft mit Mitteln des Terrors für die Schaffung eines unabhängigen baskischen Staates. Seit 1968 wurden bei Anschlägen der Organisation über 800 Menschen getötet.

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