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Trump: "Iran bettelt um Deal mit den USA!"
26.03.2026In den Kontakten zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Kriegs gibt es nach Darstellung des US-Sondergesandten Steve Witkoff gute Aussichten auf Erfolg.
"Wir haben starke Anzeichen, dass es eine Möglichkeit gibt", sagte Witkoff am Donnerstag in Washington. Zudem bestätigte er die Übermittlung eines 15-Punkte-Plans zur Beilegung des Kriegs an den Iran. Teheran hat laut einem Medienbericht bereits Gegenforderungen gestellt.
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Der weitere Verlauf des Kriegs bleibt völlig offen: Vor dem Ende des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump reichen die Prognosen von einer schnellen Waffenruhe bis zu Angriffen mit Bodentruppen. Trump erneuerte Drohungen gegen den Iran und schloss es auch nicht aus, die Kontrolle über das iranische Öl zu übernehmen. "Es ist eine Option", sagte er am Donnerstag auf eine entsprechende Journalistenfrage.
Teheran weist Trumps Ultimatum zurück
Der Iran wird sich unterdessen laut Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf keinem Ultimatum von US-Präsident Trump beugen. "Niemand kann dem Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen", erklärte er am Donnerstag auf der Plattform X. Die Kinder des Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.
Trump hatte dem Iran damit gedroht, Kraftwerke und Energieanlagen zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormuz nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht auf Dienstag mitteleuropäischer Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen "sehr guter und produktiver Gespräche" für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.
Der Iran hatte gedroht, dass er im Gegenzug Energieanlagen anderer Länder in der Golfregion angreifen würde. Außerdem beharrt die Führung in Teheran darauf, die alleinige Kontrolle über die für den globalen Energiehandel zentrale Passage zu haben.
Trump schließt weitere Verschiebung des Ultimatums nicht aus
Zuletzt blieb Trump jedoch vage, ob er an der Frist festhält. Während einer Kabinettssitzung am Donnerstag sagte er, seine Entscheidung hänge von Einschätzungen seines Teams ab - darunter Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner. "Ich weiß es noch nicht", sagte er in Washington auf die Frage, ob die Frist aufgeschoben sei. Trump sagte, Witkoff, Vance und Kushner würden ihn über den Fortgang der Verhandlungen unterrichten. Davon hänge ab, ob es bei dem Ultimatum bleibe. "Wir haben jede Menge Zeit", sagte Trump.
Witkoff: Alternative für den Iran ist Tod und Zerstörung
Witkoff berichtete unterdessen von guten Kontakten mit Teheran - sieht aber die iranische Führung am Zug. "Wir werden sehen, wohin die Dinge führen, und ob wir den Iran davon überzeugen können, dass dies der Wendepunkt ist, an dem es für ihn keine besseren Alternativen gibt als noch mehr Tod und Zerstörung", sagte er.
Witkoff erläuterte, der 15-Punkte-Plan zur Beilegung des Kriegs sei über die pakistanische Regierung übermittelt worden und bilde den Rahmen für ein Friedensabkommen. Es seien daraufhin Gespräche mit dem Iran zustande gekommen, deren Inhalt jedoch vertraulich bleiben solle.
Teheran hatte Verhandlungen jeglicher Art abgestritten
Wer für die Konfliktparteien jeweils mit wem spricht, bleibt weithin unklar. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, übermittelte der Iran in der Nacht zum Donnerstag eine Antwort auf den 15-Punkte-Vorschlag der USA - unter anderem mit der Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten.
Eine iranische Reaktion hatte Trump in seinem Beitrag nicht erwähnt. Die politische und militärische Führung in Teheran hatte bisher jegliche Verhandlungen dementiert. Dazu schrieb Trump in Versalien: "Falsch!!!" Tasnim zufolge wirft der Iran der US-Regierung vor, lediglich Zeit für eine Bodenoffensive gewinnen und den Ölpreis niedrig halten zu wollen. Zu Teherans Forderungen gehört auch, dass die USA und Israel gezielte Tötungen einstellen sollen.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte am Donnerstag Vermittlungsbemühungen seines Landes. In diesem Kontext sei auch der 15-Punkte-Plan der USA geteilt und vom Iran erwogen worden, schrieb der Minister auf X.
Trump: Iran bettelt um ein Abkommen
Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal "ynet" spätestens Mitte kommender Woche.
Trump wiederholte unterdessen im Weißen Haus, der Iran bettele um ein Abkommen. "Ich weiß nicht, ob wir dazu bereit sind", sagte er. "Das hätten sie schon vor vier Wochen tun sollen. Das hätten sie schon vor zwei Jahren tun sollen." Die iranischen Verhandler bezeichnete Trump zuvor in einem Post als "anders" und "seltsam".