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"Ausgeschaltet!" Israel tötet iranischen Marine-Kommandanten

Israel hat nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz den Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden gezielt getötet. 

Katz teilte nach Angaben seines Büros mit, die Armee habe Admiral Aziz Reza Tangsiri "ausgeschaltet, zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos". Bei einem Raketenangriff der Hisbollah in der israelischen Küstenstadt Naharija am Donnerstag wurde unterdessen ein Mann getötet.

Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung der Tötung des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden. Donnerstagfrüh hatte der Iran Israel in mindestens sieben Wellen unter intensiven Raketenbeschuss genommen.

Einem israelischen Militärsprecher zufolge wurde Tangsiri bei einem Luftangriff am Mittwochabend getötet. In der Mitteilung von Katz hieß es, Tangsiri sei "der unmittelbar Verantwortliche für die Terroroperation der Verminung und Blockade der Straße von Hormuz für die Schifffahrt". Seine Tötung sei eine klare Botschaft an alle führenden Mitglieder der Revolutionsgarden, die derzeit den Iran kontrollierten: "Die israelische Armee wird euch einen nach dem anderen jagen und ausschalten."

Es sei auch Ausdruck der Unterstützung für die Bemühungen der USA um eine Öffnung der Straße von Hormuz, so Katz. Man setze die Operationen im Iran "mit voller Kraft fort, um die Kriegsziele zu erreichen".

Mann bei Hisbollah-Angriff in Nordisrael getötet

Bei einem Raketenangriff der Hisbollah in der israelischen Küstenstadt Naharija wurde unterdessen ein Mann getötet. Zudem habe es 14 Verletzte gegeben, darunter einen Schwerverletzten, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Den Angaben zufolge wurden außerdem elf Menschen wegen Angstzuständen behandelt. Ein Sanitäter berichtete von beschädigten Gebäuden und massiver Zerstörung nach einem Raketeneinschlag. Israelischen Medien zufolge wurde der Parkplatz eines Wohnhauses getroffen.

Morgendliche Angriffswelle im Großraum Tel Aviv

Am Donnerstagfrüh flogen nach Militärangaben iranische Geschoße in mindestens sieben Wellen binnen rund zwei Stunden auf Israel. In zahlreichen Gebieten, darunter im Großraum Tel Aviv, Jerusalem sowie im Norden des Landes, gab es Raketenalarm. Nach Angaben von Armee und Rettungskräften kam es an mehreren Orten zu Einschlägen. Es gab Berichte zu Verletzten in Tel Aviv sowie in der arabisch geprägten Stadt Kfar Qassem.

Sanitäter hätten in der zentralisraelischen, arabisch geprägten Stadt Kfar Qassem sechs Menschen medizinisch versorgt, die leicht verletzt worden seien, sagte ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom am Donnerstag. Zudem wurde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von Schäden an mehreren Häusern in dem zentralisraelischen Ort berichtet. Dessen Bürgermeister Haitham Taha zufolge wurden die Schäden durch iranische Streumunition verursacht.

Die iranischen Angriffe erfolgten mehr als 14 Stunden, nachdem die israelische Armee zuletzt anfliegende Raketen aus dem Iran gemeldet hatte. Israel und die USA hatten am 28. Februar mit ihren Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

Israelischer Soldat im Südlibanon getötet

Auch vom Libanon aus gab es in der Nacht und Donnerstagfrüh erneut Beschuss des israelischen Nordens. Beim Vorrücken der israelischen Armee im Südlibanon wiederum wurde ein Soldat getötet. Der 21-Jährige sei "im Kampf im Südlibanon gefallen", erklärte die israelische Armee am Donnerstag. Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Dienstag angekündigt, dass die Armee beim Vorgehen gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen wolle.

Der Fluss Litani spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die libanesische Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die pro-iranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um. Bereits Ende des vergangenen Jahres verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah. Nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Miliz dann wieder massiv.

Zwei Tote in Abu Dhabi durch herabfallende Raketenteile

In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden unterdessen zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet. Wie das Medienbüro der Stadt mitteilte, wurde eine ballistische Rakete durch das Luftabwehrsystem abgefangen. Dabei seien die Trümmerteile abgefallen. Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge mehrere Autos beschädigt.

Auch andere Golfstaaten meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium. In Kuwait seien feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Kuna mit. Das saudische Verteidigungsministerium berichtete, Geschosse in der östlichen Region zerstört und abgefangen zu haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna des Iran meldete ihrerseits, die Revolutionsgarden hätten eine neue Angriffswelle auf die Golfstaaten gestartet. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs stehen auch die Golfstaaten unter Beschuss. Der Iran feuert als Reaktion der israelisch-amerikanischen Angriffe in Richtung US-Interessen in der Region.

Iran: Mehr als 1.900 Tote seit Kriegsbeginn

Der Iran verlautbarte unterdessen, dass seit Beginn der israelischen und US-Luftangriffe mehr als 1.900 Menschen im Land getötet worden. Dem stellvertretenden Gesundheitsminister Ali Jafarian zufolge sollen unter den Opfern 240 Frauen und mehr als 200 Kinder sein. Mehr als 24.800 Menschen seien verletzt worden, wie Jafarian dem arabischen Sender Al Jazeera sagte.

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