Russland verstärkt offenbar seine Unterstützung für den Iran. Neben Hilfsgütern sollen nun erstmals auch Kampfdrohnen geliefert werden – ein brisanter Schritt im Konflikt mit den USA und Israel.
Russland beginnt offenbar mit der Lieferung von Drohnen, Medikamenten und Lebensmitteln an seinen Verbündeten Iran. Dies wäre der erste Beleg für eine direkte militärische Unterstützung Moskaus im laufenden Krieg gegen die USA und Israel. Laut einem Bericht der "Financial Times" sollen bereits kurz nach Kriegsbeginn geheime Gespräche über die Lieferung von Drohnen stattgefunden haben. Bisher unterstützte Russland den Iran vor allem mit Satellitenbildern und Geheimdienstdaten. Die nun zur Debatte stehenden Drohnen gelten jedoch als die erste potenziell tödliche Hilfe.
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Sicherheitsexperten zufolge könnte Moskau Modelle wie die Geran-2 oder die bekannte "Kamikaze"-Drohne Shahed-136 schicken. Die strategische Partnerschaft, die im vergangenen Jahr von beiden Nationen geschlossen wurde, sah ursprünglich keine Verpflichtung zur gegenseitigen Verteidigung vor, berichtet "Daily Mail".
Moskau dementiert militärische Unterstützung
Der Kreml wies die Berichte über eine militärische Hilfe offiziell zurück. Sprecher Dimitry Peskov erklärte am Mittwoch: "Es kursieren derzeit viele Fakes. Eines ist wahr – wir setzen unseren Dialog mit der iranischen Führung fort." Auch gegenüber Washington hat Moskau eine Unterstützung des Irans bereits Anfang des Monats dementiert. Öffentlich betont Russland stattdessen die humanitäre Hilfe und gab an, bereits über 13 Tonnen Medikamente via Aserbaidschan nach Teheran geliefert zu haben.
Selenskyj spricht von Erpressung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhob am Mittwoch jedoch schwere Vorwürfe. Er behauptete, Russland versuche die USA zu erpressen: Moskau biete an, den Austausch militärischer Informationen mit dem Iran zu stoppen, falls Washington im Gegenzug die Ukraine von Geheimdienstdaten abschneide. Selenskyj gab gegenüber "Reuters" an, er habe "unwiderlegbare" Beweise für die fortlaufende Unterstützung Irans durch Russland gesehen, nannte aber keine weiteren Details zu den Daten.