Iran-Krieg

USA: Zwei Drittel der Raketen- und Drohnenproduktion getroffen

Die US-Armee hat eigenen Angaben zufolge mehr als zwei Drittel der iranischen Produktionsanlagen für Raketen und Drohnen sowie einen ähnlichen Anteil der maritimen Produktion und der Werften des Landes getroffen.

In dem fast vierwöchigen Verlauf des Iran-Krieges hätten die US-Streitkräfte zudem mehr als 10.000 militärische Ziele getroffen, teilte der Befehlshaber des für den Nahen Osten zuständigen US-Militärkommandos CENTCOM, Admiral Brad Cooper, mit.

Die US-Armee habe außerdem 92 Prozent der größten Schiffe der iranischen Marine beschädigt oder zerstört, erklärte Cooper in einer am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst X veröffentlichten Videobotschaft. Damit habe Teheran "nun die Fähigkeit verloren, in der Region und weltweit in nennenswertem Maße seine Macht auf See auszuüben und Einfluss zu nehmen". Die US-Streitkräfte "liegen bei der Erreichung der ganz klar definierten Ziele im Zeitplan oder sind dem Zeitplan sogar voraus", sagte Cooper. Die Häufigkeit iranischer Drohnen- und Raketenstarts sei um 90 Prozent zurückgegangen, erklärte Cooper. Die US-Armee habe Teheran außerdem "die Fähigkeit genommen, sie wiederherzustellen".

Angriffe auf Iran und Emirate

Unterdessen gingen am Donnerstag die Angriffe weiter. Die israelische Armee führte eigenen Angaben zufolge "großangelegte" Angriffe in weiten Teilen des Iran aus. Dabei sei "Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" anvisiert worden, erklärte die israelische Armee am Donnerstag in der Früh. Unter anderem hätten die israelischen Streitkräfte die Stadt Isfahan im Zentrum des Iran attackiert. Medienberichten zufolge verstärkt die israelische Armee ihre Angriffe im Iran noch, um vor dem Hintergrund einer möglicherweise bevorstehenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer Waffenruhe noch möglichst viele militärische Erfolge zu erzielen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums mit Raketen und Drohnen aus dem Iran angegriffen. Die emiratische Luftabwehr "reagiert derzeit auf anfliegende Raketen- und Drohnen-Bedrohungen aus dem Iran", erklärte das Ministerium am Donnerstagmorgen im Onlinedienst X.

Trump: Iranische Unterhändler haben Angst vor Tötung

Nach einem Dementi des iranischen Außenministers Abbas Araqchi sprach Trump erneut von laufenden Verhandlungen mit dem Iran. "Sie verhandeln übrigens, und sie wollen unbedingt eine Einigung erzielen", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Abendessen für republikanische Kongressabgeordnete in Washington. "Aber sie trauen sich nicht, das zu sagen, weil sie glauben, dann von ihren eigenen Leuten getötet zu werden." Trump fügte hinzu: "Sie haben auch Angst, von uns getötet zu werden." Der US-Präsident wiederholte außerdem seine Behauptung, der Iran werde in dem Krieg "dezimiert".

Den oppositionellen Demokraten warf er vor, zu versuchen, "von all den enormen Erfolgen abzulenken, die wir bei dieser Militäroperation erzielen." In Anspielung auf Forderungen der Demokraten, die Trump-Regierung solle für den Krieg gegen den Iran die Zustimmung des Kongresses einholen, fügte der US-Präsident hinzu: "Sie mögen das Wort 'Krieg' nicht, weil dafür eine Zustimmung eingeholt werden müsste, also werde ich das Wort Militäroperation verwenden."

Iran dementiert Verhandlungen

Zuvor hatte Irans Außenminister Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. "Wir haben nicht die Absicht, zu verhandeln - bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araqchi im iranischen Staatsfernsehen. "Jetzt über Verhandlungen zu sprechen ist ein Eingeständnis der Niederlage." Der Iran wolle "den Krieg zu den eigenen Bedingungen beenden". Diese müssten so gestaltet sein, dass "dies nie wieder passiert", betonte Araqchi mit Blick auf den seit Ende Februar anhaltenden Krieg.

Waffenruhe im Alleingang?

Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal "ynet" spätestens Mitte kommender Woche.

Äußerungen von Regierungssprecherin Karoline Leavitt könnten solche Spekulationen anfachen - auch wenn die US-Regierung seit Kriegsbeginn immer wieder die eigenen Erfolge betont. Man stehe "sehr kurz davor", die Kernziele des Militäreinsatzes zu erreichen, und das früher als geplant, sagte sie am Mittwoch. Ursprünglich sei die Regierung von vier bis sechs Wochen ausgegangen, die es brauche, die Mission im Iran zu erfüllen. Die USA und Israel hatten ihre Angriffe am 28. Februar begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. Unter anderem beschoss die iranische Seite Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker.

Gleichzeitig betonte Leavitt: Wenn der Iran die neue Realität nicht anerkennt, werden die USA härter zuschlagen als je zuvor. US-Präsident Trump sei trotz der Verhandlungen bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen.

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