In Las Vegas genoss er auf der "Sema-Autoshow" bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit zehn Wochen driftende PS-Boliden und den Geruch von verbranntem Gummi in der Luft. Am Sonntagmorgen landete Jean Pierre Kraemer wieder in Deutschland. Zurück in Dortmund wartet nach den Gewaltexzessen gegen seine Noch-Ehefrau ein Strafbefehl wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung auf den Unternehmer. Doch die Geldstrafe in Höhe von 270.000 Euro ist dem Multimillionär zu hoch: JP Kraemer rechnet sich ärmer und bettelt um Strafrabatt!
Einspruch gegen Tagessatzhöhe eingelegt
Der YouTube-Star mit 2,7 Millionen Followern legte nach "Bild"-Informationen Einspruch gegen den Strafbefehl ein, was das Amtsgericht Dortmund bestätigt. Ein Sprecher erklärt: "Es ist Einspruch gegen die Rechtsfolgen eingelegt worden. Der Einspruch ist beschränkt auf die Höhe der Tagessätze." Heißt im Klartext: Eine Verurteilung wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Sachbeschädigung würde Jean Pierre Kraemer akzeptieren. Auch die Anzahl der 90 Tagessätze bleibt von seinem Einspruch unberührt. Erst ab 91 Tagessätzen wäre der ehemalige TV-Moderator („Die PS-Profis“) vorbestraft. Er kommt so außerdem um das Spießrutenlaufen eines öffentlichen Prozesses herum.
Berechnung des monatlichen Nettoeinkommens
Dennoch: Die Geldstrafe ist ihm zu hoch! Das Gericht orientiert sich bei der Bemessung grundsätzlich am monatlichen Nettoeinkommen eines Beschuldigten. In diesem Fall ging der Richter davon aus, dass Kraemer im Monat 90.000 Euro zum Leben bleibt. Er ist alleiniger Gesellschafter eines riesigen Firmenimperiums aus Tuning-Werkstätten, Automuseum, Burger-Laden, Café und Modelabel. Nach Schätzung von Datenplattformen erzielt er einen Jahresumsatz von bis zu 110 Millionen Euro. Kommt Kraemer mit seinem Einspruch durch? Die "Bild" erfuhr: Er zahlt sich monatlich angeblich "nur" 33.000 Euro Nettogehalt aus. Viel Geld. Sollte das Gericht diese Gehaltsnachweise akzeptieren, könnte die Höhe der Geldstrafe auf 99.000 Euro sinken.
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Weitere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Aber: Wenn das Amtsgericht Dortmund sauber arbeitet, müsste es den Einkommensteuerbescheid von Kraemer anfordern. Der enthält alles, was er als Privatperson erwirtschaftet. Das könnte weit mehr als 33.000 Euro netto sein. Dass seine Einkommensverhältnisse geprüft werden, dürfte Kraemers kleinste Sorge sein: Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt außerdem noch wegen des Verdachts der Abgabe einer falschen Versicherung an Eides statt gegen den gefallenen Star der Tuning-Szene.