Astoria Artshow

28.000 Besucher stürmen neue Wiener Kunstmesse

© Andreas Tischler
Wiens neue Kunstmesse hat bei ihrer Premiere weit mehr Publikum angelockt als erwartet. Auch bei Verkäufen und internationaler Resonanz zog die Astoria Artshow eine starke Bilanz.
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Mit diesem Andrang hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet. Statt der erwarteten 5.000 kamen rund 28.000 Besucher zur ersten Astoria Artshow in die historische Astoria Garage. Die Preview Edition der neuen internationalen Wiener Kunstmesse lief von 10. bis 13. September und brachte mehr als 400 Werke von 120 Künstlern aus ganz Europa auf sechs Parkdecks.

Mehr als 80 Galerien bespielten auf rund 10.500 Quadratmetern die ungewöhnliche Kulisse. Das Publikum reichte von Schülern und Studenten über Familien bis zu erfahrenen Sammlern, Kuratoren und Museumsleitern. Nach Angaben der Veranstalter kamen auch auffallend viele Besucher aus dem Ausland.

15 Euro für alle vier Tage

Einen Teil des Erfolgs führen die Organisatoren auf das Ticketmodell zurück. Für 15 Euro konnten Besucher die Messe an allen vier Tagen besuchen. Damit sollte die Hemmschwelle bewusst niedrig gehalten werden. "Zusammen mit der attraktiven, außergewöhnlichen Location hat dieses Konzept wesentlich dazu beigetragen, ein Publikum anzusprechen, das normalerweise keine Kunstmesse besucht", erklärt der Vorstand von VAU Vienna Artgalleries United.

Gleichzeitig habe die Qualität der gezeigten Werke auch zahlreiche erfahrene Sammler angelockt. Die Messe war ursprünglich vor allem als Signal der Wiener Galerien gedacht, um ihre Bedeutung für den Kunststandort stärker sichtbar zu machen. Am Ende wurde die Schau laut Veranstaltern aber auch wirtschaftlich erfolgreicher als erwartet. Sowohl Arbeiten etablierter Künstler als auch Werke jüngerer Positionen fanden Käufer.

Zahlreiche Werke verkauft

Galerie3 I Maria Legat © Jakob_Kotzmuth

Auch im hochpreisigen Bereich wurden Verkäufe gemeldet. Die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder verkaufte Skulpturen von Sheila Hicks, die Amsterdamer Galerie Ron Mandos eine Installation des US-Künstlers Anthony Goicolea und die Salzburger Elektrohalle Rhomberg Malereien der Japanerin Haruko Maeda.

Bei Werken unter 15.000 Euro gingen unter anderem elf Arbeiten von Fuko Katsuda bei der Wiener AG18 Galerie weg. Die Galerie The Third aus Seoul verkaufte alle sechs gezeigten Malereien von Jungwon Phee, die rumänische Jecza Galerie vier Objekte von Matei Emanuel und Christian Torp aus Oslo fünf Skulpturen von Urd J. Pedersen.

Mario Mauroner Contemporary Art aus Salzburg fand für sämtliche Holzskulpturen von Koloman Wagner Käufer. Suppan aus Wien verkaufte eine vier Meter lange Skulptur sowie drei Wandarbeiten von Georg Haberler. Bei der Wiener Shore Gallery wechselte zudem ein von Nik Geene zum Kunstwerk umgebautes Auto den Besitzer.

Offene Flächen statt Messestände

Auch das Ausstellungskonzept soll nach der Premiere weiterentwickelt werden. Statt klassischer abgetrennter Messestände wurden die Werke auf offenen Flächen präsentiert und nach ästhetischen Gesichtspunkten zueinander angeordnet.

"Mit der neuartigen, dialogischen Präsentation der Werke auf offenen Flächen statt in üblichen Ständen scheinen wir beim Publikum den richtigen Nerv getroffen zu haben", sagt Mitinitiator und VAU-Obmann Markus Peichl. Das Konzept werde nun ausgewertet und für 2027 weiterentwickelt.

Eröffnung der Astoria Artshow. © Jakob Kotzmuth

Die Veranstalter sehen darin auch eine mögliche Antwort auf die schwierige Lage am internationalen Kunstmarkt. Trotz der angespannten Situation hatten sich neben 35 Wiener Galerien weitere 45 Häuser aus ganz Europa an der ersten Ausgabe beteiligt.

Lob aus Deutschland

Aufmerksamkeit bekam die Astoria Artshow auch außerhalb Österreichs. Mehrere deutsche Medien berichteten über die Premiere. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sprach von einem "gelungenen Neustart", während das Kunstmagazin "Monopol" mit Blick auf die spiralförmige Auffahrtsrampe fragte, ob hier das "neue Guggenheim" entstehe.

Die "Welt am Sonntag" bezeichnete die Schau als "Wiens Garage der guten Ideen". Auch die "Süddeutsche Zeitung" widmete sich ausführlich der neuen Messe und stellte die Frage, ob Wien im internationalen Kunstbetrieb wieder stärker in den Fokus rücken könnte.

Finanzierung für 2027 noch offen

Für eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist allerdings mehr Geld nötig. Die erste Ausgabe wurde von Bund und Stadt Wien sowie privaten Sponsoren und Kooperationspartnern unterstützt. Wegen der kurzen Vorlaufzeit seien die Förderungen und Sponsoringleistungen im internationalen Vergleich jedoch gering ausgefallen, heißt es von VAU. "Wenn wir Wien und die Astoria Artshow dauerhaft im weltweiten Kunstmessekalender etablieren möchten, wird es in Zukunft höhere Zuwendungen von öffentlicher und privater Seite geben müssen", sagt Peichl.

Für 2027 zeigt sich der Verein dennoch optimistisch. Nach dem starken Besucherandrang hätten bereits kunstaffine Unternehmen Interesse an einer längerfristigen Unterstützung signalisiert. Ziel ist eine größere, zentrale Kunstmesse, die Wien dauerhaft wieder stärker im internationalen Messekalender verankern soll.