Nach der großen Enttäuschung bei der Flag-Football-WM und der verpassten Olympia-Qualifikation gaben sowohl bei den Damen als auch den Herren die jeweiligen Teamchefs ihren Rücktritt bekannt. Nun ist die Teamchef-Suche beim AFBÖ beendet, gleich vier renommierte Flag-Coaches übernehmen das Ruder und sollen Österreichs Auswahlen zur Olympia-Premiere 2028 in Los Angeles führen.
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Mit David Price, Brian Traster, Bryan Garcia sowie dem bisherigen AFBÖ-Consultant Christopher Lankford setzt man auf das bestmögliche Know-how aus dem Bereich, wie auch Sportdirektor Andreas Pröller gegenüber oe24 bestätigt. Vorerst wird Traster die Chef-Rolle bei den Frauen übernehmen und Price die Herren coachen. Lankford soll weiterhin die Übersicht über den ganzen Entwicklungsprozess haben und Garcia wird zu Beginn organisatorische Aufgaben übernehmen.
Alle vier haben mehrere Jahre Erfahrung als Spieler und Trainer in den USA, konnten mehrere Meisterschaften gewinnen und auch in der NFL Flag Championship Fuß fassen.
Vier gewinnt? Neue Wege beim AFBÖ
Das Quartett wird allerdings sehr eng zusammenarbeiten und soll sich gemeinsam um beide Teams kümmern. Wer am Ende welche Rolle übernimmt, soll sich allerdings erst entwickeln. "Die Coaches legen keinen Wert auf den Titel. Es geht um das gemeinsame Ziel Olympia. Es ist ein unkonventioneller Weg, den wir eingehen. Wir haben aber die bestmöglichen Flag-Trainer verpflichtet, die am Markt waren", gibt Pröller weitere Einblicke.
Während der ehemalige Herren-Coach Michael Salamon vor allem aus zeitlichen Gründen zurückgetreten ist, begründete Riedl seinen Rücktritt so: "Da diese neue Aufgaben- und Kompetenzverteilung nicht meinem Verständnis der Funktion und Verantwortung eines Head Coaches entspricht, habe ich daraus die Konsequenz gezogen und meinen Rücktritt erklärt." Unterstützt werden die neuen Coaches weiterhin von bekannten österreichischen Trainern, wie Florian Hazdra, Daniel Hummelberger, Daniel Rihs und Walter Demel. Auch Lukas Habersack oder Max Kösser bleiben weiterhin als Stützpunkttrainer aktiv.
Der Sportdirektor stellt auch klar, dass man nach dem WM-Dämpfer an mehreren Hebeln drehen wollte, um im zweiten Anlauf bei der EM 2027 das Olympia-Ticket doch noch zu lösen. "Wir brauchen neue Expertise und das nicht nur für das Nationalteam, sondern für die Entwicklung von Flag Football in Österreich. Deshalb brauchen wir nicht nur die Coaches aus den USA, sondern auch österreichische Expertise", so der 46-jährige Tiroler.
Team setzt weiter auf rot-weiß-rote Power
Kritik, dass man sich auf alten Erfolgen ausgeruht habe, lässt er nicht gelten: "Der sportliche Erfolg war dennoch da. Es gab vor der WM keinen Grund, etwas zu verändern. Allerdings war uns schon klar, dass wir uns in den letzten Jahren nicht so entwickelt haben und mit den modernen Entwicklungen mitgegangen sind. Wir müssen uns verbessern. Es geht nicht ohne österreichische Kraft, aber nur mit rot-weiß-roter Power geht es eben auch nicht."
Die Herangehensweise bei Herren und Damen ist dennoch unterschiedlich. Während man bei den Damen zukünftig versuchen möchte, einen breiteren Kader aufzustellen, um den Konkurrenzkampf zu verschärfen, könnte es bei den Herren auch einige neue Gesichter geben, die Football-Fans schon länger kennen. So waren bei den vergangenen Flag-Camps schon mehrere bekannte Namen von den Vienna Vikings und den Raiders Tirol zu Gast, die sich den Olympia-Traum verwirklichen wollen. "Wenn ich sehe, wie die Jungs Gas geben, geht mir das Herz auf", freut sich Pröller schon auf das "Nationalteam neu".
Erstes offizielles Camp im November
Ein erstes Kennenlernen mit den Spielern hat bereits im September bei einem Geheim-Camp stattgefunden. Im November findet nun das erste offizielle Trainingscamp statt, bei dem die Flag-Nationalteams die neue Ära offiziell einläuten werden. "Das Ziel ist es, dass die Coaches gemeinsam die Herren und Frauen trainieren, teils sogar überlappend", blickt Pröller in eine hoffentlich goldene Football-Zukunft für Österreich. Eines ist dem Tiroler, der als aktiver Profi-Sportler als Bobfahrer nicht nur Olympia-Luft schnuppern konnte, sondern sogar als Fahnenträger ausgewählt wurde, dabei allerdings genauso wichtig wie der erhoffte Erfolg: "Jedes Nationalteam wird mindestens drei österreichische Coaches haben, die dann auch von den Trainern aus den USA lernen können und so für eine erfolgreiche Entwicklung des Sports sorgen werden."
Jetzt, wo Klarheit herrscht, wer unsere Nationalteams zu Olympia führen soll, ist der Fokus voll auf Los Angeles gerichtet. Bei der Flag-EM im Sommer ist ein Finale-Einzug Pflicht, um den Flug in die USA buchen zu können. Bei den Herren würde sogar Platz drei reichen, sollten die bereits fix qualifizierten Italiener im Endspiel stehen. Doch bis dahin wartet auf unsere Teams noch viel Arbeit, um Österreich erstmals seit Barcelona 1992 bei Sommerspielen mit einer Mannschaftssportart vertreten zu können.