Mit dem Jahresbeginn steht bei den Wiener Linien die nächste Tarifanpassung an. Die genaue Höhe der Preiserhöhung steht derzeit allerdings noch nicht fest, wie der Kurier berichtet.
Künftig werden die Öffi-Tarife in Wien jedes Jahr an den Verbraucherpreisindex angepasst. Die im September im Jahresvergleich gemessene Inflation betrug 3,6 Prozent.
Mögliche Kosten für Jahreskarten
Sollten die Tarife in einem ähnlichen Ausmaß steigen, könnte die klassische Jahreskarte von derzeit 467 Euro auf 483 Euro verteuert werden, schreibt die Tageszeitung.
Auch andere Fahrkarten wären von einer Erhöhung betroffen. Ein Einzelfahrschein könnte künftig 3,30 Euro statt aktuell 3,20 Euro kosten. Bei der Monatskarte stiege der Preis von 75 Euro auf 77,60 Euro.
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Diese Beträge sind derzeit allerdings noch nicht verbindlich bestätigt.
Wiener Linien berechnen Tarife
Im Gegensatz zu Gebühren für Wasser, Müll oder Kanal existiert für die Öffi-Tickets keine gesetzliche Berechnungsformel.
Die Wiener Linien teilten dem KURIER mit: "Wie angekündigt, werden die Wiener Linien – so wie ÖBB und VOR – ihre Tarife jährlich, am VPI (Verbraucherpreisindex) orientiert, anpassen. Wir sind derzeit in der finalen Ausarbeitung. Detailinfos dazu folgen im Herbst."
Auch Mobilitätsstadträtin Ulli Sima nannte noch keine konkreten Zahlen und verwies auf die Wiener Linien, die "gerade am Kalkulieren" seien.
Ende der Jahresticket-Tradition
Jahrelang blieb der Preis für die Jahresnetzkarte konstant. Von 2012 bis 2026 galt die 365-Euro-Jahreskarte nach dem Prinzip von einem Euro pro Tag.
Diese Regelung wurde im Zuge der Tarifreform beendet. Statt längerer Pausen zwischen Preisschritten sind nun jährliche Anpassungen vorgesehen.
Zum Vergleich: Die ÖBB und der VOR wollen ihre Ticketpreise Mitte Dezember um durchschnittlich 3,5 Prozent anheben.
Die tatsächlichen Kosten für Jahreskarten, Monatskarten und Einzelfahrscheine ab dem 1. Jänner 2027 sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Grüne fordern Öffi-Preisbremse
Die Grünen fordern angesichts der angekündigten weiteren Öffi-Preiserhöhungen eine Preisbremse und die Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte. Parteichef Peter Kraus verweist dabei auf die Debatte um eine Spritpreisbremse. "Wenn wir über eine Spritpreisbremse reden, dann müssen wir auch über eine Öffipreisbremse reden", so Kraus. Öffentliche Verkehrsmittel seien gerade in Zeiten hoher Energiepreise ein Schutz vor fossilen Preisschocks.
Kritik kommt auch an der Entwicklung des Angebots. Die höheren Ticketpreise würden den Umstieg auf Öffis erschweren und jene belasten, die auf leistbare Mobilität angewiesen seien, erklärt Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz. Kilian Stark sieht zudem das Versprechen eines besseren Angebots nicht erfüllt. "Die Wienerinnen und Wiener zahlen mehr, bekommen dafür aber weniger", so der Mobilitätssprecher mit Verweis auf lange Wartezeiten, überfüllte Ersatzlinien und längere Anfahrtszeiten.