Die rund 50.000 LKW-Fahrer in Österreich drücken bei der Lohnverhandlung aufs Gas und wollen mindestens die Teuerung ausgeglichen haben, die im Jahr bei rund 3,3% liegt. Die Arbeitgeber aufseiten der Wirtschaftskammer (WKÖ) lehnen die Wünsche der Gewerkschaft vida ab und sind auf der Bremse wegen hoher Spritkosten und weniger Frachtaufträgen, die Wirtschaft schwächelt.
Arbeitgeber: "Geht nicht"
"Einzelne rahmenrechtliche Forderungen würden nach unseren überschlagsmäßigen Berechnungen Kostensteigerungen im deutlich zweistelligen Prozentbereich verursachen. Ein solches Gesamtpaket ist angesichts der wirtschaftlichen Lage der Branche schlicht nicht darstellbar", betonte Markus Fischer, Obmann des Fachverbands Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer.
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vida fordert Teuerungausgleich
Die vida wiederum will nicht akzeptieren, dass die Teuerung durch den KV-Vorschlag der Wirtschaftskammer nicht abgegolten wird. Für die Gewerkschaft vida "ist der Ausgleich der Teuerung die Grundlage für jeden Abschluss", betont sie Mittwochnachmittag in einer Aussendung. Die Positionen würden laut Gewerkschaft noch weit auseinander liegen.
"Konstruktive Verhandlungen sind heute nicht möglich gewesen, da uns die WKÖ umgehend die Abgeltung der durchschnittlichen Teuerung in Höhe von 3,3 Prozent verweigert hat", erklärte Markus Petritsch, Verhandlungsleiter der vida. "Die Arbeitgeber werben gerne mit dem Bild der 'Friends on the Road'. Heute war davon allerdings kaum etwas zu bemerken, weil sie den Menschen hinter dem Steuer keine faire Lohnerhöhung zubilligen wollten", kritisierte er.
Handel und Bahnen in Herbstlohnrunde
Die KV-Verhandlungen bei den Frächtern sind Teil der Herbstlohnrunde, in denen sich auch der Handel befindet. Diese Gespräche für rund 420.000 Angestellte und 19.000 Lehrlinge im Handel haben am Dienstagabend in der zweiten Runde erwartungsgemäß keine Annäherung gebracht. Nachdem die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft GPA vor zwei Wochen ein Gehaltsplus von 3,8 Prozent gefordert haben, haben die Arbeitgeber ihr Angebot vorgelegt: Sie bieten ein Plus von 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung von 350 Euro an.
Laut Wirtschaftskammer wirkt sich diese Einmalzahlung - je nach KV-Einstufung - mit einem Gesamtanstieg von bis zu 3,3 Prozent aus. Allerdings nur einmalig, also nicht als Basis für die nächstjährige Gehaltsverhandlung, was daher von den Arbeitnehmervertretern ungern gesehen wird.
Ebenfalls in den KV-Verhandlungen befinden sich die rund 55.000 Beschäftigten bei den österreichischen Eisenbahnen. Die Kollektivvertragsverhandlungen für sie sind am Mittwochvormittag in die dritte Runde gegangen.