2026 bis 2029

6 Millionen Euro: Wiens neue Medienförderung

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Um den Medienstandort zu stärken, passt die Stadt Wien ihre Medienförderung an die veränderten Marktbedingungen an. Im Fokus stehen dabei künftig vor allem Kooperationen und der digitale Wandel.

Wien erweitert die Medienförderung um zwei zusätzliche Schienen. Zusätzlich zu einzelnen Projekten und Start-Ups werden künftig auch Medienkooperationen unterstützt. Zudem wurde am Montag die Einrichtung des "Vienna Media Hubs" angekündigt, der als gemeinsamer Arbeitsort genutzt werden kann. Für die Jahre 2026 bis 2029 werden insgesamt 6 Mio. Euro ausgeschüttet. Gespart wird dafür bei den klassischen Werbeausgaben und den Inseraten.

Die Wiener Medieninitiative, die operativ von der Wirtschaftsagentur umgesetzt wird, wurde 2019 gegründet. Seither wurden 334 Projekte mit insgesamt mehr als 11 Mio. Euro unterstützt, berichtete Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montag. Mit Ende Juli läuft nun die bisherige Tranche aus. In der nächsten Etappe sind vier statt wie bisher zwei Bereiche umfasst.

Start im August

Fortgesetzt wird die etablierte Schiene "Medienstart". Gründerinnen und Gründer eines Unternehmens können pro Einreichung 10.000 Euro lukrieren. Der Start erfolgt bereits im August. Auch für einzelne Projekte gibt es erneut Geld. Hier können ab 2027 jeweils bis zu 150.000 Euro bezogen werden. Firmen sollen etwa bei der Bewältigung der digitalen Transformation unterstützt werden, hieß es.

Maria In der Maur-Koenne, Michael Ludwig und Barbara Novak. © oe24

Erstmals gibt es auch für Kooperationen eigene Mittel. In der ersten Stufe wird hier die Erarbeitung von Konzepten mit 25.000 Euro bezuschusst. In weiterer Folge werden zwei Vorhaben ausgewählt, die auch tatsächlich realisiert werden. Gedacht ist dabei an größere Leuchtturmprojekte, wie betont wird. Es kann sich hier auch um länderübergreifende Zusammenarbeit handeln. Die Förderung beträgt jeweils 500.000 Euro.

Media Hub mit bis zu 30 Arbeitsplätzen

Schließlich wird auch ein Media Hub realisiert. In diesem sollen ab Ende 2027 bis zu 30 voll ausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Das Angebot richtet sich an neue Firmen genauso wie an etablierte Medienhäuser, die dort präsent sein können, erläuterte Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ). Die Leitung wird derzeit ausgeschrieben. Wo sich der Hub befinden wird, ist noch offen. Die Suche nach einem geeigneten Ort läuft noch.

Bürgermeister Ludwig verwies im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten darauf, dass Wien der stärkste Medienstandort des Landes ist. Ziel der Medieninitiative sei es, diesen zu stärken und auch den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in der Branche nach Möglichkeit zu verhindern. Denn Medien stünden derzeit massiv unter Druck, etwa weil Werbeeinnahmen zunehmend zu den internationalen Online-Plattformen fließen würden, sagte Ludwig.

NEOS-Mediensprecherin Maria In der Maur-Koenne hob hervor, dass die Vergabe der Förderungen nach klaren Kriterien erfolge. Dazu würden unabhängige Fachjurys eingerichtet. In diesen werden laut Wirtschaftsagentur-Chef Dominic Weiss auch Vertreterinnen und Vertreter internationaler Unternehmen oder Forschungseinrichtungen sitzen.

Finanziert wird die Fortsetzung der Medieninitiative durch Einsparungen, wie Stadträtin Novak erläuterte. Klassische Werbung und Inserate der Stadt werden im selben Ausmaß gekürzt.