Die Fahrgäste der ÖBB werden immer unzufriedener. Vor einigen Tagen forderte Niederösterreichs Landesvize Udo Landbauer (FPÖ) in einem offenen Brief an den ÖBB-Holding-Vorstand rasche Verbesserungen bei Pünktlichkeit, Zugausfällen und Anschlüssen.
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Ein oe24-Leser berichtet, dass am Montagabend der Zug von Wien Hauptbahnhof nach Breclav eine Verspätung von 62 Minuten hatte. Er schreibt: "So stellt man sich einen Arbeitstag vor - 62 Minuten Verspätung - bei der Heimfahrt nach einem Arbeitstag." Der Zug verließ laut der offiziellen ÖBB-Seite um 18.06 Uhr den Wiener Hauptbahnhof.
Die Enttäuschung beim Leser ist immens. Die Person fordert klare Folgen für derartige Probleme: Einen Schadensersatz oder "per Gesetz Fahrpreisminderungen".
Die ÖBB bieten bei Zugverspätungen zum Teil Entschädigungen an. Ab wann man wie viel bekommt, lesen Sie hier.
Ursache für die Probleme
Vor einer Woche waren 21 Güterwagen in Wiener Neustadt entrollt, zwei davon entgleisten. Die Oberleitung wurde schwer beschädigt. Tausende Passagiere waren von Zugausfällen und Verspätungen im Fern- und Nahverkehr betroffen. Beschwerden gab es über unzureichende Informationen für Fahrgäste. Davor war es Anfang Oktober aufgrund von einer durch ein Eichkätzchen ausgelösten Oberleitungsstörung zu mehrtägigen Einschränkungen auf der Ostbahn gekommen. Diese Vorfälle sowie "massive Zugausfälle und Fahrzeugengpässe" auf der Südbahn, Probleme im Wiener S-Bahn-Netz nach einem Kabelbrand und Ausfälle auf der Franz-Josefs-Bahn, Westbahn und Nordbahn haben laut Landbauer "tausende Fahrgäste vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt".
ÖBB: Witterungseinflüsse und technische Gebrechen nicht verhinderbar
"Wir nehmen jede Anregung und Kritik ernst. Umso mehr, wenn sie von einem wichtigen Partner kommt, mit dem wir gemeinsam Verantwortung für den öffentlichen Verkehr tragen", teilten die ÖBB auf APA-Anfrage mit. "Unser oberstes Ziel ist es, unseren Fahrgästen eine hohe Qualität sowie ein stabiles und verlässliches Fahrplanangebot zur Verfügung zu stellen", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Die ÖBB arbeiten laufend daran, die Pünktlichkeit und Verfügbarkeit ihrer Angebote weiter zu verbessern", wurde betont.
Äußere Einflussfaktoren wie Unfälle, technische Gebrechen oder Witterungseinflüsse könnten "trotz aller Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen nicht gänzlich ausgeschlossen werden". Man setze in solchen Fällen alles daran, "die Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten und den Betrieb rasch wieder zu stabilisieren".