FALL DER WOCHE

85-Jährige vergewaltigt: Das ist der Schock-Täter

© APA, LPD Wien
Der gesuchte skrupellose Sexualverbrecher fühlte sich absolut sicher, dass ihn niemand erkennt - er wechselte einfach das Leiberl bzw. das Hemd und »wohnte« weiter am Hauptbahnhof.
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Wien. Zugegeben: Das von der Staatsanwaltschaft freigegebene Fahndungsfoto war nicht das Allerschärfste - oder hätten Sie beim Hinsehen auf die Low-Res-Aufnahme einer Überwachungskamera erkannt, dass der Mann einen Vollbart trägt oder welches Bild und welcher Text auf dem blauen T-Shirt zu erkennen ist bzw. war, denn das hat der Gesuchte durchaus überzuckert: Dass man ihn anhand des Leiberls wiedererkennen könnte. Also warf er es weg und organisierte sich in der Szene, in der sich der obdachlose Rumäne bewegt, ein Hemd, um einfach wieder dort aufzutauchen, wo er jeden Tag ist: zum Hauptbahnhof, wo er in der Nacht auf Dienstag sein Opfer ausgespäht und bis zur Arsenalstraße verfolgt hat, um dort brutal über die 85-Jährige herzufallen.

Rumäne (37) bereits amtsbekannt

Was machte der gesuchte mutmaßliche Vergewaltiger, der dank einer aufmerksamen Leserin bzw. Internet-Userin mit großem Vorstellungsvermögen (sie hatte den Gesuchten trotz seiner Verkleidung erkannt und die Polizei informiert) Mittwochabend geschnappt werden konnte, üblicherweise in seinem "Wohnzimmer", der Alko- und Unterstandslosenszene rund um und leider auch im Hauptbahnhof? Amtsbekannt ist der Rumäne bisher hauptsächlich wegen Eigentumsdelikten, sprich: Diebstählen, mit denen er seinen Alltag und das Trinken finanzierte. Ansonsten war der 37-Jährige bisher legal im Land, ein Aufenthaltsverbot bestand gegen den EU-Bürger keines, andere Sexualstraftaten gibt es auch keine oder sind noch nicht bekannt oder angezeigt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Was ist nur in den Mann in der Nacht auf Dienstag nach 1 Uhr in der Nacht gefahren ist, dass er eine Seniorin, die vom Hauptbahnhof zu Fuß nach Hause ging, verfolgte, in der Arsenalstraße in den Innenhof eines Wohnhauses zog und dort über sie herfiel, bis von den verzweifelten Schreien der Frau alarmierte Passanten bzw. Bewohner dem Martyrium ein Ende bereiteten und die Polizei riefen, währenddessen der Mann leider im Dunkel der Nacht vermutlich im Bereich des Schweizergartens abtauchte.

Milde Strafe wegen voller Berauschung?

Ob dem Mann bewusst ist, was er einem Menschen, die in Würde altern wollte und nicht mit 85 jetzt allen Lebensmut verliert, weil sie sich nicht mehr nirgends mehr sicher fühlt, angetan hat? Frühere Opfer sprachen nach ähnlichen Situationen von einem Vorhang, der runterfällt und alles verdunkelt, eine 93-Jährige, die in einem Seniorenheim von einem Algerier (28), der in ihr Zimmer eingedrungen war und sie missbrauchte, erlitt seelische Schmerzen, von denen sie sich nie mehr erholte, sie starb drei Monate danach, der Täter bekam 13 Jahren Haft.

So viel, steht zu befürchten, wird der Rumäne vom Hauptbahnhof nicht ausfassen - ein findiger Anwalt wird es mit einer Strafminderung aufgrund voller Berauschung versuchen - dafür gibt es höchstens drei Jahre Haft, wenn der Delinquent deutlich mehr als drei Promille intus hatte, was bei einem schweren Alkoholiker wie dem Rumänen - der bei der Verhaftung kein Wort herausbekam und zuerst einmal über Nacht in die Ausnüchterungszelle kam, gar nicht so einfach ist.

Der Beschuldigte ist jedenfalls nicht geständig, soll sich aber bei der Einvernahme in durchaus entlarvende Widersprüche verstrickt haben. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass es noch weitere Opfer gibt - die sich melden bzw. jetzt trauen, sich zu melden.