Parfums, die an Kuchen, Schokolade oder Vanille erinnern, sind längst bekannt. Der sogenannte Gourmand-Trend geht inzwischen aber deutlich weiter. Hersteller experimentieren mit Whisky, Rum, Tequila, bitterem Kakao und sogar würzigen Noten wie Miso, Sesam, Trüffel oder Tabasco.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel machten solche Düfte zuletzt 24 Prozent der neu eingeführten Parfumprodukte aus. Zwei Jahre zuvor waren es erst neun Prozent. Die Branche setzt damit verstärkt auf ungewöhnliche Kreationen, die an ein ganzes Geschmackserlebnis erinnern sollen.
Was haben Abnehmspritzen damit zu tun?
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Medikamente wie Wegovy und Mounjaro beeinflussen den Appetit. Nun untersuchen Hersteller, ob sich dadurch auch verändert, welche Düfte Menschen mögen. Die Nachrichtenagentur Reuters sprach dazu mit acht Herstellern und führenden Parfummarken, darunter Givaudan, IFF, CPL Aromas und L’Oréal.
Eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens NIQ zeigt, dass Menschen, die GLP-1-Medikamente nutzen, in den USA 26 Prozent mehr Geld für Düfte ausgeben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Medikamente für die höheren Ausgaben verantwortlich sind.
Wenn Gerüche plötzlich unangenehm werden
Ob Abnehmspritzen tatsächlich den Geruchssinn oder die Vorlieben für bestimmte Aromen beeinflussen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Paule Joseph vom National Smell and Taste Center der US-Gesundheitsbehörde NIH hält einen Einfluss auf die Verarbeitung von Gerüchen im Gehirn für denkbar. Die Forschung dazu stehe aber noch am Anfang.
Auch der Duftstoffhersteller Givaudan beschäftigt sich mit dem möglichen Zusammenhang. Marketingchef Arnaud Guggenbühl berichtet, dass bestimmte Gerüche für manche Nutzer plötzlich unangenehm werden könnten, während andere an Attraktivität gewinnen. Ein direkter Zusammenhang mit den Medikamenten ist bislang jedoch nicht bewiesen.
Ein Milliardenmarkt im Blick
Für die Parfumbranche ist die Entwicklung trotzdem interessant. Der weltweite Markt für GLP-1-Medikamente könnte Prognosen zufolge bis 2030 ein Volumen von 150 Milliarden US-Dollar erreichen. Diese Schätzung bezieht sich auf die Medikamente selbst, nicht auf den Parfummarkt.
Ob Abnehmspritzen tatsächlich beeinflussen, welche Düfte Menschen bevorzugen, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Bis dahin bleibt der Zusammenhang eine spannende, aber noch unbewiesene Erklärung für den Wandel in der Parfumwelt.