Gefahr im Urlaub
Achtung: Diese Krankheiten lauern am Strand!
Für viele Menschen ist der Sommerurlaub die schönste Zeit des Jahres. Doch einmal nicht aufgepasst und der Traum vom Paradies wird schnell zum absoluten Horrortrip. Was kaum ein Tourist ahnt: Direkt unter Ihrem Handtuch lauert eine eklige Gefahr. Im malerischen Traumstrand wimmelt es nämlich nur so von gefährlichen Bakterien.
Bakterien dringen in Wunden ein
Man muss nicht in die weiten Tropen reisen, um auf gefährliche Keime zu treffen. In der Ost- und Nordsee lauert bei sommerlichen Wassertemperaturen ab 20 Grad eine oft unterschätzte Gefahr: Vibrio vulnificus. Diese Vibrionen genannten Bakterien dringen über kleinste Wunden, Kratzer oder Mückenstiche in den Körper der Badenden ein.
Das Fatale: Sie können schnell schwere Wundinfektionen, tiefe Gewebszerstörungen und im schlimmsten Fall lebensgefährliche Blutvergiftungen auslösen. Besonders für ältere Menschen oder Personen mit chronischen Erkrankungen und geschwächtem Immunsystem kann der Kontakt mit dem warmen Flachwasser gefährlich werden. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollten Menschen mit offenen Wunden auf das Baden in warmen Flachgewässern verzichten.
Der "Hautmaulwurf"
Wer liebt es nicht, barfuß durch den weichen Sand zu spazieren? In tropischen und subtropischen Gebieten (wie Asien, der Karibik, Südamerika oder Afrika) kann das Strand-Abenteuer jedoch schnell zum Albtraum werden. Streunende Hunde und Katzen verrichten oftmals ihr Geschäft im Sand und scheiden dabei Eier von Hakenwürmern aus.
Diese Larven können beim Spazierengehen durch menschliche Haut in den Körper eindringen. Das Resultat ist die sogenannte Larva migrans cutanea – besser bekannt als "Hautmaulwurf". Da der Mensch ein Fehlwirt ist, sterben die Würmer nach einigen Wochen zwar ab, graben sich in der Zwischenzeit jedoch munter durch die oberste Hautschicht. Sie hinterlassen dabei sichtbare, stark juckende und rötliche schlangenförmige Linien.
Die "Badedermatitis"
Wer den Sommer an Süßwasser-Stränden oder Badeseen verbringt, sollte bei Wassertemperaturen ab 24 Grad achtsam sein. Wenn die Haut nach dem Schwimmen brennt und sich kurz darauf stark juckende, rote Quaddeln bilden, handelt es sich oft um die sogenannte Badedermatitis. Ausgelöst wird diese durch Zerkarien. Das sind kleine Larven von Saugwürmern, die eigentlich Wasservögel (vor allem Enten) befallen.
Halten sich Badegäste im flachen, warmen und oft pflanzenreichen Uferbereich auf, können sich diese Larven irrtümlich in die menschliche Haut einbohren. Da der Mensch für sie jedoch ein Fehlwirt ist, können sie nicht tiefer in den Körper eindringen und sterben rasch ab. Dennoch lösen sie eine allergische Reaktion aus, die an unzählige Mückenstiche erinnert. Auch wenn der Juckreiz unerträglich sein kann: Die Krankheit ist harmlos und heilt meist nach zehn bis 20 Tagen von selbst ab.
Die "Sandmücke"
Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt: Die Sandmücke (Sandfliege) hält sich wegen ihrer starken Windempfindlichkeit meist nicht direkt am Strand auf, sondern eher in der Dämmerung im ruhigeren Hinterland beliebter Urlaubsorte. Wer also in Spanien, Italien, Kroatien oder Griechenland den lauen Abend auf der Terrasse verbringt, sollte auf der Hut sein.
Der Stich dieser Insekten überträgt oftmals die Leishmaniose. Diese schwere Infektionskrankheit gefährdet nicht nur immunschwache Menschen oder Kinder, sondern ist vor allem für Hunde extrem bedrohlich. Reist der geliebte Vierbeiner mit in den Süden, ist Vorsicht geboten: Die oft tödlich verlaufende Krankheit ist unheilbar, bricht manchmal erst Jahre nach dem Stich aus und führt zu schweren Hautveränderungen, Abmagerung und Nierenschäden.
So wird der Strandbesuch nicht zur Gesundheitsfalle
Damit Sie nur schöne Erinnerungen an den Sommer mit nach Hause nehmen, helfen diese simplen Verhaltensregeln:
- Zerkarien austricksen: Meiden Sie an Seen flache, stark bewachsene Uferzonen mit vielen Wasservögeln. Trocknen Sie sich nach dem Baden kräftig mit einem Handtuch ab (das erschwert den Larven das Eindringen) und ziehen Sie nasse Badekleidung sofort aus. Eine Schicht wasserfeste Sonnencreme oder Vaseline kann als Barriere auf der Haut zudem schützend wirken.
- Wunden abdecken: Gehen Sie mit offenen Wunden oder frischen Tattoos nicht ins warme Meerwasser. Spülen Sie selbst kleine Kratzer nach Kontakt mit Ost- oder Nordseewasser zur Sicherheit gründlich aus.
- Handtuch-Pflicht: Legen Sie sich in den Tropen niemals unbekleidet direkt in den Sand. Nutzen Sie immer eine dicke Strandmatte oder Strandliegen.
- Schuhe tragen: An Sandstränden, an denen sich viele streunende Tiere aufhalten, sollten Sie stets Badeschuhe oder Flip-Flops tragen.
- Vorsicht beim Hundeurlaub: Besprechen Sie bei Reisen ans Mittelmeer unbedingt rechtzeitig vor dem Urlaub mit Ihrem Tierarzt eine Prophylaxe gegen Sandmücken.
Mit ein wenig Vorsicht und gesundem Menschenverstand steht Ihrem Traumurlaub absolut nichts im Wege.