Urlaubsstudie 2026
Teuerung und Krisen verändern den Sommerurlaub
Eine aktuelle repräsentative Online-Umfrage von Integral zeigt, dass knapp jeder zweite Befragte angibt, dass aktuelle Krisen die persönliche Urlaubsplanung beeinflussen, besonders Menschen unter 30 und mit geringem Haushaltseinkommen. 34 Prozent davon verzichten aufgrund verunsichernder Kriege auf die Fernreise und bleiben im sicheren Europa, vor allem Einwohner der Steiermark und Kärntens. 32 Prozent warten ab und buchen heuer kurzfristig. 24 Prozent fahren mit dem Auto auf Urlaub, weil Flüge zu teuer geworden oder wegen des Kerosinmangels kein verlässliches Transportmittel mehr sind. Nur 9 Prozent verreisen per Bahn, vor allem Junge, denn Sprit ist mittlerweile ein Luxusprodukt. Und magere 4 Prozent steigen in ihren Camper oder Wohnwagen, weil Pauschalreisen aufgrund der Teuerung zu kostspielig sind.
Ferien auf Balkonien wegen Teuerung
Die Teuerung hat in die Urlaubskasse vieler Befragten ein Loch gerissen. So gehen heuer 20 Prozent gar nicht auf Reisen. Besonders Menschen über 50 und mit geringem Haushaltseinkommen machen Ferien auf Balkonien, im Freibad oder am Baggersee. Zum Vergleich: Auf Urlaub verzichten hingegen nur 11 Prozent der Unter-30jährigen. Jungen ist Reisen also weiterhin lieb und teuer.
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Im Hotel siegt die Bequemlichkeit
Wer sich einen Urlaub leisten kann, möchte so viel Bequemlichkeit wie nur möglich für sein Geld bekommen. Deswegen checken oder checkten 45 % der Befragten im Hotel ein, vor allem Jüngere, wegen der Lage, des Preises und Zimmerservices. 61Prozent buchen eine Herberge, weil sie hier die Verpflegung schätzen, besonders Menschen mit höherem Einkommen. Für 50 % ist der Aufräum- und Putzservice ausschlaggebend, vor allem für Menschen aus Wien. 42 Prozent bevorzugen das Hotel wegen seiner guten zentralen Lage, besonders die Einwohner Tirols und Vorarlbergs. 34 Prozent wissen im Hotel den guten Preis zu schätzen, 32 Prozent den schönen Pool. Vergleichsweise wenige Menschen buchen wegen der Animation (13%) oder der Kinderbetreuung (7%).
Mittelschicht bucht Ferienwohnung
13 Prozent (in Wien sogar 17 %) zieht es hingegen lieber eine angemietete Airbnb-Wohnung oder in ein Miet-Ferienhaus. Das buchen vor allem Menschen mit mittlerem Einkommen (€ 2.500 bis 3.500). Weder die Bezieher niedrigerer Einkommen noch die Wohlhabenderen haben diese Nische in diesem Ausmaß für sich entdeckt. Erstere verzichten wohl öfter ganz auf den Urlaub, Letztere checken in hohem Maße im Hotel ein, weiß Mathias Mühlhofer, Vorstand der IImmobilienrendite AG: "Speziell für die Mittelschicht sind Ferienwohnungen eine echte Alternative zu Hotels. Alleine in Wien gab es 2025 rund 1,7 Mio. Nächtigungen in Ferienwohnungen, die Verteufelung der Kurzzeitvermietung durch die Politik führt hier also zu richtigem Schaden im Tourismus".
Eigentum an Ferienimmobilien bleibt rar
Nur 6 Prozent besitzen hingegen eine eigene Ferienwohnung (FeWo) oder ein eigenes Ferienhaus, vor allem Menschen mittleren Alters und aus Tirol sowie Vorarlberg. Markus Augenhammer, Vorstand der Immobilienrendite AG, überraschen die niedrigen Eigentumszahlen bei der Ferienimmobilie nicht. "Wie beim Wohnungseigentum zeigt sich auch hier, dass die Politik nach wie vor nicht daran interessiert ist, Menschen in Österreich Eigentum und damit die Absicherung gegen Armut im Alter zu ermöglichen", kritisiert der Profi-Makler. „Dafür müsste sie nämlich die Steuern senken. Doch das kann nur mit der Verringerung der Ausgaben für die überbordende Bürokratie gelingen, also einem schlanken Staat. Leider ist das nicht in Sicht.“
FeWo-Luxus Freiheit
Wer ins Ferienhaus oder die -wohnung fährt schätzt zu 59 Prozent die Freiheit, sich nicht an fixe Zeiten für Frühstück oder Abendessen halten zu müssen, 52 Prozent auch den Preis, der günstiger ist als im Hotel. 48 % der Befragten sind der Meinung, dass sie hier mehr für ihr Geld bekommen, nämlich Ruhe und Platz. 45 Prozent schätzen das Ausschlafen und Frühstücken nach persönlichem Rhythmus. Nach dem Boom der Vorjahre hat sich die Lust auf Urlaub im Wohnwagen oder Zelt heuer verringert: Nur 6 Prozent logieren auf dem Campingplatz, besonders Menschen aus der Steiermark und Kärnten. Auch stechen nur 4 Prozent in den Ferien per Schiff in See. Dieser Trend ist in Österreich also (noch) nicht angekommen.
Fernreise bei Lottogewinn
Wenn Geld in punkto Urlaub keine Rolle spielen würde, würden 24 Prozent ein Round-The-World-Flugticket kaufen und auf Fernreise gehen, vor allem Junge (jeder Dritte). 12 Prozent würden sich ein einsames Ferienhaus am Ende der Welt kaufen, wo garantiert niemand stört. Nur magere 5 Prozent würden hingegen mit einer prall gefüllten Urlaubskasse ein Luxus- oder Schlosshotel buchen, das für seine prominenten Gäste berühmt ist, und überhaupt nur 2 Prozent würden gerne die Erde verlassen und einen Flug ins Weltall antreten.
Urlaubslust statt -Frust bei Gutverdienern
Immerhin 34 Prozent würden auch bei einem Lottogewinn nichts anders machen und bei ihren Ferien-plänen bleiben. Menschen über 50 und mit hohem Haushaltseinkommen zeigen die höchste Zufriedenheit mit bestehenden Urlaubsplanen, erklärt Integral-Studienleiterin Petra Starecek. "45 Prozent der Menschen ab 50 und 42 Prozent der Befragten mit einem Haushalts-Einkommen ab 3.500 Euro leisten sich offenbar ohnehin regelmäßig ihren Traumurlaub und würden daran auch nichts ändern, auch wenn sie alles Geld der Welt hätten".
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