Antarktis-Rettung

Airbus evakuiert kranken Forscher bei minus 43 Grad

© Australian Antarctic Program
Bei extremen minus 43 Grad und völliger Dunkelheit startete ein Airbus A319 zu einem der riskantesten Rettungsflüge. Ein schwerkranker US-Forscher musste aus der eisigen Antarktis evakuiert werden.
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Der riskante Einsatz führte an einen der unwirtlichsten Orte der Welt. Ein Mitglied des US-Antarktisprogramms war auf der amerikanischen McMurdo-Station so schwer erkrankt, dass die medizinischen Möglichkeiten vor Ort schlichtweg nicht mehr ausreichten. Die Station liegt auf der vulkanischen Ross-Insel und ist die wichtigste Drehscheibe für Expeditionen auf dem Kontinent. Während im kurzen Südsommer dort über 1.000 Menschen leben, harren im Winter knapp 200 Personen in monatelanger Finsternis und bei eisigen Stürmen aus.

Nachtaufnahme des Rettungseinastzes auf schneebedeckter Landebahn in der Antarktis mit Mond am Himmel. © Australian Antarctic Program

Landung in völliger Dunkelheit

Nachdem ein erster Versuch aufgrund eines Schneesturms verschoben werden musste, hob der Airbus A319-115LR mit dem Rufnamen "Snowbird 1" schließlich im australischen Hobart auf Tasmanien ab. Die Maschine des Spezialunternehmens Skytraders wurde von der Australian Antarctic Division für diesen Einsatz gechartert. Nach rund fünfeinhalb Stunden Flugzeit landete der Flieger am Phoenix Airfield nahe der Station – einer drei Kilometer langen Piste, die nur aus verdichtetem Schnee besteht. Zu diesem Zeitpunkt herrschte das, was Co-Pilotin Louise Robertson, die den Airbus gemeinsam mit ihrem Ehemann Rod flog, als nautische Dämmerung beschrieb: "Das ist fast völlige Dunkelheit."

Temperaturen am Rande des Machbaren

Am Boden zeigte das Thermometer klirrende minus 43 Grad Celsius. "Minus 43 Grad sind die niedrigste Temperatur, die ich jemals erlebt habe", schilderte Robertson und erklärte, dass es beinahe zu kalt für das Flugzeug selbst geworden wäre. Auch Pilot Al Wallach betonte die Extrembelastung des Rettungsfluges. Er beschrieb die Lage als "direkt an der Grenze dessen, was selbst mit hochspezialisierten Flugzeugen möglich ist."

Patient erfolgreich nach Neuseeland geflogen

Aufgrund der rasch schlechter werdenden Wetterbedingungen musste am Boden alles extrem schnell gehen. Nach präziser Vorarbeit der Pisten-Teams und Mediziner wurde der Amerikaner in den Flieger gebracht, der sofort nach dem Betanken wieder abhob. Die Crew nahm direkten Kurs auf Neuseeland, wo der Patient nach der Landung in Christchurch umgehend in ein Krankenhaus verlegt wurde. Details zur Identität oder der genauen Art des kritischen Notfalls wurden von den Behörden nicht veröffentlicht. Laut Beteiligten der Rettungsaktion befindet sich der Forscher glücklicherweise auf dem Weg der Besserung.