Herbst am Atlantik

Algarve: Drei Minuten bis zum Atlantik

© Hasmik Ghazaryan
Im Herbst zeigt die Algarve ihre ganze Vielfalt: ursprüngliche Fischerdörfer, wilde Atlantikküste, lebhafte Ferienorte und überraschend grünes Hinterland.
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Man wacht auf, blinzelt verschlafen Richtung Fenster und hört schon das Meer. Drei Minuten später stehen wir barfuß im Sand. Ohne Frühstück, ohne Kaffee, ohne Plan. Unser dreijähriger Sohn hält bereits die Füße in den Atlantik, während wir noch versuchen, richtig wach zu werden. Genau das macht den Reiz von Salema aus. Das kleine Fischerdorf an der West-Algarve in Portugal zwingt einen nicht dazu, den Tag zu planen. Es reicht völlig, ihn einfach beginnen zu lassen.

Zwischen Fischernetzen und Ferienwohnungen

Am frühen Morgen gehört der breite Strand beinahe uns allein. Beinahe. Denn Salema ist keine Ferienkulisse, die erst mit den Urlaubsgästen zum Leben erwacht. Fischerboote liegen bereit, in kleinen Hütten werden Netze und Leinen aufbewahrt, Männer bereiten die nächste Ausfahrt vor. Die Fischerei ist kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Darin unterscheidet sich Salema von vielen bekannteren Orten der Algarve. Zwischen Ferienwohnungen und Restaurants findet weiterhin portugiesischer Alltag statt.

Urlaub im Fischerdorf

Von der Dachterrasse überblickt man den Strand von Salema. © sevencollection

Wir wohnen am Ende der kurzen Strandpromenade in einem der revitalisierten Häuser der Seven Collection. Unsere Wohneinheit hat zwei Schlafzimmer, eine Küche und ist in warmen, zurückhaltenden Farben eingerichtet. Näher kann man dem Atlantik kaum kommen, ohne direkt im Sand zu schlafen. Und nach dem ersten morgendlichen Kontakt mit dem Meer warten in der Unterkunft nur drei Minuten entfernt Kaffee und Pastéis de Nata.

Im Fischerdorf Salema liegen die revitalisierten Häuser der Seven Collection. © sevencollectio

Auf zur wilden Westküste

Salema ist ein idealer Ausgangspunkt für jene Algarve, die mit Sonnenschirmen und Hotelpools wenig zu tun hat. Nur wenige Kilometer entfernt verstecken sich mit Praia da Figueira und Praia das Furnas zwei nahezu unberührte Naturstrände. Je weiter wir nach Westen fahren, desto wilder wird die Landschaft. An der Praia da Bordeira bei Carrapateira trifft der Atlantik auf eine gewaltige Fläche aus Sand und Dünen, dahinter beginnen die Klippen der Costa Vicentina. Weiter geht es nach Sagres und zum Cabo de São Vicente, wo die Felsen fast senkrecht ins

Traumhafte Küstenabschnitte findet man rund um Carvoeiro. © Lisha Riabinina

Erholungstage in Carvoeiro

Nach so viel Küste und Sand zieht es uns nach Osten. Carvoeiro ist das Gegenprogramm zu Salema: lebhafter, internationaler und deutlich touristischer. Im September ist es jedoch angenehm ruhig. Auch hier wohnen wir wieder in einem Haus der Seven Collection, diesmal oberhalb des Zentrums an einem grünen Hang. Unsere Wohneinheit erstreckt sich über zwei Ebenen, davor warten Terrasse und Pool. Unser Sohn ist damit für die nächsten Stunden beschäftigt. Wir sitzen zwischen Bäumen, über den Dächern schimmert der Atlantik. Später landen frischer Fisch und Meeresfrüchtespieße auf unserem Grill, dazu ein Glas portugiesischer Wein. Nach Tagen voller Strände und Klippen fühlt sich plötzlich auch Nichtstun nach einem ziemlich guten Reiseplan an.

Ganz untätig bleiben wir trotzdem nicht. Im Hinterland, rund 20 Autominuten entfernt, thront über Silves, einst eines der bedeutendsten Zentren des maurischen Südens, eine mächtige rötliche Burg. Noch weiter nördlich beginnt die Serra de Monchique. Bewaldete Hänge und kleine Bergstraßen führen hinauf zur 902 Meter hohen Fóia, dem höchsten Punkt der Algarve.

Das Red Chalet in Armação de Pêra wurde 1908 im Stil der Belle Époque erbaut. © Vila Vita Collection

Die eigene Villa in Armação de Pêra

Unsere letzte Station führt zurück ans Meer und gleichzeitig in die Vergangenheit. Armação de Pêra war einst Fischerort und ist heute ein lebhafter Ferienort. Mitten darin steht ein Haus aus einer anderen Zeit. Das Red Chalet wurde 1908 im Stil der Belle Époque erbaut und diente fast 80 Jahre als Sommerhaus einer portugiesischen Familie. Die Vila Vita Collection restaurierte das denkmalgeschützte Gebäude aufwendig, bewahrte oder rekonstruierte Holzböden, Kronleuchter und die imposante Treppe. Für ein paar Tage ziehen wir damit selbst in ein Stück Geschichte der Algarve ein.

Vermietet wird immer das gesamte Anwesen samt modernem Nebengebäude, Garten und beheiztem Pool. Bis zu acht Gäste finden Platz. Damit bleibt es Luxus, wird geteilt mit Freunden oder einer zweiten Familie aber durchaus zu einem Erlebnis, das man sich einmal gönnen kann. Besonders spektakulär ist die riesige Terrasse des Red Chalet, direkt über dem Strand. Bei Flut schlagen die Wellen gegen die Mauer unter uns, eine leichte Atlantikbrise weht herauf. Am Abend sitzen wir am großen Tisch, Fisch und Meeresfrüchte kommen aus dem Restaurant nebenan. Unser Sohn hat seinen Pool, wir haben die Terrasse und vor uns liegt nur noch der Atlantik.

Nach wilden Stränden, Fischerorten, Klippen und Bergen müssen wir plötzlich nirgendwo mehr hin. Man sitzt einfach da, schaut aufs Meer und lässt sich vom Wind für eine Weile alle Gedanken aus dem Kopf blasen.

Sao Vicente © Hersteller

GENUSS-TIPPS AN DER ALGARVE

Solecci by Becci’s, Salema. Direkt an der kleinen Strandpromenade von Salema wartet eine der schönsten Frühstücksadressen der Westalgarve. Mit Blick auf den Atlantik genießt man hier ausgedehnten Brunch, frische Bowls, Wraps und süße Frühstückskreationen. Besonders schön: der erste Kaffee, während am Strand das Fischerdorf langsam erwacht.

Encci, Carvoeiro. Ein lauschiger Innenhof, stilvolles Ambiente und eine Küche, die sich wohltuend vom touristischen Angebot des Ferienortes abhebt. Das Encci ist eine charmante Adresse für einen entspannten Abend in Carvoeiro. Auf der Karte stehen unter anderem italienisch inspirierte Gerichte und Pizza. Ein Ort, an dem man gerne etwas länger sitzen bleibt. www.encci.pt

ANREISE MIT TAP AIR PORTUGAL

TAP Air Portugal verbindet Wien täglich nonstop mit Lissabon. Die Flugzeit beträgt rund 3 Stunden und 45 Minuten. Für Reisende aus Westösterreich bietet sich auch München als Abflughafen an. Von dort gibt es sogar mehrere tägliche Verbindungen nach Lissabon. Weiter an die Algarve geht es mit einem Anschlussflug nach Faro oder bequem mit dem Mietwagen. www.flytap.com

MIETWAGEN

Der Mietwagenvermittler Sunny Cars bietet Fahrzeuge mit einem umfangreichen Rundum-Sorglos-Paket, bei dem unter anderem Vollkaskoschutz mit Erstattung der Selbstbeteiligung, unbegrenzte Kilometer und eine faire Tankregelung bereits im Preis enthalten sind. So lässt sich die Algarve ganz flexibel und ohne versteckte Mietwagenkosten erkunden. www.sunnycars.at