Altenburg

Allegro Vivo: Klangreise nach Italien

© Allegro Vivo
Mit einer Uraufführung sowie Werken von Respighi und Tschaikowsky wurde am Sonntag das 48. Allegro Vivo Festival feierlich eröffnet.
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In den ehrwürdigen Mauern der Stiftsbibliothek Altenburg (Bezirk Horn) stand der Eröffnungsabend ganz im Zeichen einer musikalischen Reise nach Italien – ein Abend, der Tradition und künstlerische Innovation in seltener Vollendung vereinte.

Ein Auftragswerk von außergewöhnlichem Rang

Im Zentrum des Abends stand die Uraufführung eines Doppelkonzerts für Violine, Gitarre und Streichorchester. "Der Auftakt ist den südöstlichen Lebensadern Europas gewidmet, und auf der Suche, welche Instrumente am besten zusammenpassen würden, ist die Wahl auf Violine und Gitarre gefallen", erläuterte Festivalleiter Vahid Khadem-Missagh.

"Denn nicht nur der berühmte italienische Geigenbauer Antonio Stradivari hat sowohl Geigen als auch Gitarren gebaut, sondern auch der große Virtuose Niccolò Paganini spielte beide Instrumente. Deshalb ist dieses Auftragswerk etwas ganz Besonderes", so Khadem-Missagh, der gemeinsam mit dem Gitarristen Alexander Swete die Soloparts übernahm. Begleitet wurde das Duo vom Festivalorchester in bemerkenswerter Klangbalance.

Eine seltene und reizvolle Besetzung

"Es ist eine ganz seltene Besetzung in dieser Form. Meines Wissens gibt es nur wenige Konzerte für Violine, Gitarre und Orchester", führte Swete aus, der bereits vor mehr als zehn Jahren in Altenburg musizierte. "Ich finde es besonders reizvoll, Gezupftes und Gestrichenes miteinander in Dialog zu bringen."

Eine kompositorische Herausforderung von hohem Anspruch

Der in Wien lebende deutsche Komponist Tristan Schulze schuf das Werk als Auftragskomposition für Allegro Vivo. "Es war eine rechte Herausforderung, für die beiden Instrumente zu schreiben, weil sie sehr unterschiedlich sind", erklärte Schulze. Für ihn sei es essenziell gewesen, eine ausgewogene klangliche Balance zwischen den beiden Instrumenten zu erschaffen.

Das Konzert vereinte dabei stilistische Vielfalt von bemerkenswerter Bandbreite: Elemente aus Flamenco, Jazz, brasilianischer Musik und Tango traten in kunstvollen Dialog. Die Gitarre rückte dabei besonders in den Vordergrund und trat mit der Violine in einen facettenreichen musikalischen Austausch.

Respighi und Tschaikowsky als klangvoller Rahmen

Das Auftragswerk fügte sich in einen italienisch geprägten Programmkontext. Zuvor erklang "Antiche Danze ed Arie" des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879–1936). Den festlichen Abschluss des Abends bildete Peter Iljitsch Tschaikowskys (1840–1893) "Souvenir de Florence" – eines seiner bedeutendsten kammermusikalischen Werke, entstanden während seines Aufenthalts in Italien.

Sendungshinweis: Ö1 überträgt das Konzert am 25. August um 14:05 Uhr im Ö1 Konzert.

Fazit: Auftakt zu einem Sommer voller musikalischer Höhepunkte

Mit diesem Eröffnungsabend beginnt zugleich die Internationale Sommerakademie Allegro Vivo. Knapp 600 Musikerinnen und Musiker aus aller Welt verbringen die kommenden Wochen im Waldviertel. Bis September erwarten die Besucher mehr als 50 Konzerte in Stiften, Burgen und Schlössern der Region – ein Festivalsommer von internationalem Format.